Dienstag, 10. März 2009

Schlierenzauer mit mächtigem Absturz:
ÖSV-Superadler landet nur auf Rang zehn

  • Weltcup: Ammann verkürzt Abstand um 50 Punkte
  • Kuopio: Okabe mit über 38 Jahren ältester Sieger

Der Japaner Takanobu Okabe hat sich in Kuopio zum ältesten Weltcupsieger der Skisprung-Geschichte gekürt: Mit 38 Jahren und über 4 Monaten holte sich der "Oldboy" des Weltcups den ersten Tagessieg nach über elf Jahren und verwies den Schweizer Simon Ammann und den Polen Adam Malysz auf die Plätze. Für Österreichs "Superadler schaute hinter seinen Teamkollegen Wolfgang Loitzl und Thomas Morgenstern nur Platz zehn Gregor Schlierenzauer heraus.

Schlierenzauer, der zuletzt in Lahti schon seinen elften Saisonsieg gefeiert hat, musste sich mit Sprüngen auf 116,5 und 118 Metern mit Rang zehn begnügen. Im Gesamt-Weltcup verkürzte damit sein erster Verfolger Ammann den Rückstand um 50 Zähler auf 200 Punkte.

Freude über den "Oldie"
"Da weiß man, dass es mit dem Alter gar nicht so abwärts geht", meinte Pointner in Bezug auf Okabe lachend. Die Japaner, die dank ihres finnischen Trainers oft in Kuopio trainieren, und die Lokalmatadore selbst sind mit den wechselnden Bedingungen in Kuopio am besten zurechtgekommen. Die Windbedingungen am Vorbau haben laut Pointner sehr stark gewechselt, dennoch gratulierte er dem Podesttrio. "Ich freue mich unheimlich für Okabe. Er ist sehr gut gesprungen."

Ammann gibt Große Kugel noch nicht auf
In nach wie vor prächtiger Verfassung präsentierte sich aber auch Ammann, der damit gezeigt hat, dass er in den ausständigen vier Einzelbewerben in Lillehammer am Freitag, Vikersund (Sonntag) sowie zwei Konkurrenzen in Planica (20. und 22.3.) noch um die Große Kristallkugel kämpfen wird. "Bevor der Gregor die Kugel nicht in der Hand hat, ist gar nichts fix", weiß auch Pointner, der allerdings dem Ergebnis in Kuopio nicht allzu viel Bedeutung beimessen will. Immerhin geht es nun nach Lillehammer, wo die ÖSV-Adler auch in der Saisonvorbereitung sehr viel trainiert haben und die seinen Schützlingen weit besser liegt.

In der Ruhe liegt die Kraft
Wichtig für Schlierenzauer sei es nun, nicht die Ruhe zu verlieren. Zwar habe Österreichs Weltcup-Leader keine zwei perfekten Sprünge gezeigt, aber doch im zweiten die Nerven behalten und den Rückstand in Grenzen gehalten. So verbesserte sich Schlierenzauer vom 17. auf den zehnten Rang. Besonders erfreut war Pointner vom Junioren-Weltmeister Lukas Müller, der übrigens am Samstag erst 17 Jahre jung wird. Der Kärntner holte in seinem erst zweiten Weltcup-Bewerb als 28. seine ersten drei Weltcup-Zähler. "Er ist eine Erfrischung für das Team, es ist toll, dass er auf dieser schwierigen Schanze seine ersten Punkte geholt hat", so Pointner. Müller wird auch am Freitag in Lillehammer, wo Schlierenzauer die Chance auf den zwölften (Rekord-)Saisonsieg hat, noch dabei sein.

Endklassement:
1.Takanobu OkabeJPN241,7 (123,5/123,0)
2.Simon AmmannSUI240,4 (119,5/126,0)
3.Adam MalyszPOL239,3 (119,0/127,0)
4.Harri OlliFIN234,9 (130,5/115,0)
5.Noriaki KasaiJPN231,2 (124,5/117,0)
6.Martin SchmittGER229,3 (116,5/124,5)
7.Fumihisa YumotoJPN222,8 (118,5/120,0)
8.Wolfgang LoitzlAUT220,9 (120,5/115,0)
9.Thomas MorgensternAUT218,0 (119,5/115,5)
10.Gregor SchlierenzauerAUT217,6 (116,5/118,0)
11.Anders BardalNOR216,6 (116,0/118,5)
12.Emmanuel ChedalFRA209,8 (117,5/116,0)
13.Robert KranjecSLO207,7 (120,0/111,5)
14.Dmitrij WassilijewRUS205,5 (122,5/110,0)
15.Kalle KeituriFIN205,0 (127,0/103,0)
16.Andreas KoflerAUT204,7 (119,5/109,5)
17.Shohhei TochimotoJPN204,5 (117,0/113,0)
18.Daiki ItoJPN202,1 (120,0/109,5)
19.Jakub JandaCZE201,6 (118,0/109,0)
20.Roman KoudelkaCZE197,2 (114,0/112,5)
21.Andreas KüttelSUI194,5 (112,5/112,5)
22.Matti HautamäkiFIN193,8 (119,5/106,5)
23.Martin KochAUT177,1 (121,5/ 95,5)
24.Pascal BodmerGER173,5 (109,0/106,0)
25.Ilja RosljakowRUS171,8 (106,5/107,0)
26.Stefan HulaPOL163,6 (108,5/101,0)
27.Nikolaj KarpenkoKAZ156,7 (107,0/ 99,5)
28.Lukas MüllerAUT155,7 (107,0/ 99,5)
29.Jon AaraasNOR153,6 (109,5/ 95,0)
30.Erik SimonGER142,0 (107,5/ 92,5)


(apa/red)

10.3.2009 19:42