Berlin reagiert auf Amoklauf in Winnenden:
Merkel erwägt schärfere Waffenkontrollen
- Auch Verbot von Gewaltvideos für Kanzlerin denkbar
- CDU/CSU stellt sich hinter den Vorstoß von Merkel

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Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für stärkere Kontrollen von Waffenbesitzern als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden ausgesprochen. Die ordnungsgemäße Aufbewahrung von Waffen und Munition könnte durch unangemeldete Überprüfungen verbessert werden, sagte sie.
"Wir müssen alles tun, um zu schauen, dass Kinder nicht an Waffen kommen." Der Amokschütze von Winnenden hatte seine Mordwaffe aus dem Schlafzimmer seiner Eltern entwendet.
Die CDU-Chefin zeigte sich auch für ein weitreichenderes Verbot von Gewaltvideos offen. Sie verwies dabei auf die von Jugendministerin Ursula von der Leyen geplante Sperrung von Kinderporno-Seiten im Internet. Die SPD lehnte dagegen die unangemeldeten Kontrollen von Waffenbesitzern ab. Ein solches Vorgehen sei weder rechtlich zulässig noch zielführend, sagte der sozialdemokratische Vorsitzende des Innenausschusses, Sebastian Edathy, laut "Berliner Zeitung". Man könne nicht ohne konkreten Verdacht Hausdurchsuchungen durchführen.
CDU/CSU leistet Schützenhilfe
Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Wolfgang Bosbach, unterstützte den Vorstoß Merkels dagegen. Das Recht, eine Waffe zu besitzen, setze die persönliche Zuverlässigkeit voraus, sagte er. Wer eine Pistole achtlos zu Hause herumliegen lasse, verfüge über diese Zuverlässigkeit nicht. "Das bekommen Sie aber nur durch überraschende Kontrollen heraus", sagte Bosbach der "Berliner Zeitung".
Eine breite Mehrheit der Bundesbürger ist für ein Waffenverbot in Privathaushalten. 78 Prozent der am Tag nach dem Amoklauf vom Meinungsforschungsinstitut Emnid befragten 501 Personen sprachen sich dafür aus, wie die "Bild am Sonntag" berichtete. Große Vorbehalte haben mehr als zwei Drittel gegen Gewaltspiele und Horrorfilme.
(apa/red)
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