Sonntag, 15. März 2009

Georgien will in die NATO und in die EU:
"Beziehung zu ist Russland sehr schlecht"

  • Vizepremier erhofft beschleunigten Weg nach Westen
  • Für Beitritt zur NATO in zwei bis drei Jahren bereit

Der Krieg mit Russland im August 2008 um die von Georgien abtrünnige Region Südossetien sei "unvermeidlich" gewesen, meinte der georgische Vizepremier Giorgi Baramidse gegenüber der APA in Wien. Der Minister zeigte sich optimistisch, dass die territoriale Integrität Georgiens bestehen bleiben wird. Baramidse rechnet mit einem NATO-Beitritt seines Landes in zwei bis drei Jahren.

Der Beitrittsprozess Georgiens in die NATO habe sich durch den Krieg im August nach den Worten Baramidses zwar "verlangsamt, aber er sei nie beendet worden" und daher nur "eine Frage der Zeit". Tiflis sei in zwei bis drei Jahren technisch für einen NATO-Beitritt bereit. "Wir wissen, was unsere Aufgabe ist, was wir zu tun haben." Dass die Vorbereitung des Beitritts-Prozesses voranschreite, bestätige, dass die NATO einen georgischen Beitritt befürworte.

Auch eine EU-Mitgliedschaft strebe Georgien an. Die EU-Ostpartnerschaft sei ein erster Schritt. "Wir wollen den Prozess beschleunigen, aber noch sind weder wir noch die EU für einen Beitritt bereit", sagte der georgische Minister für europäische und transatlantische Integration. Er hoffe, dass durch den neuen US-Präsident Barack Obama und daraus resultierende stärkere transatlantische Beziehungen der Weg Georgiens Richtung Westen beschleunigt wird.

"Marionetten Russlands"
Die Vertreter der abchasischen und südossetischen politischen Führung sind "Marionetten Russlands, sowohl auf politische, militärische, wirtschaftliche und propagandistische Weise", erklärte der Minister zu den Konfliktregionen. Moskau wolle einen ethischen Konflikt zwischen Georgiern und Südosseten heraufbeschwören, den es nach Ansicht des Vize-Regierungschefs nicht gebe.

Die georgische Beziehung zu Russland sei "sehr schlecht", erklärte Baramidse. Die internationale Gemeinschaft sollte mehr Druck, möglicherweise auch auf wirtschaftlicher Ebene, auf Moskau zur Beendigung der "Invasion und Okkupation" Südossetiens und Abchasiens ausüben.
(apa/red)

15.3.2009 09:20