Mittwoch, 18. März 2009

Siegeszug der Opposition in Madagaskar: Nach Präsidentensturz Übergangsregierung

  • Armee übertrug Rajoelina offiziell Regierungsgewalt
  • "Übergangspräsident" will in zwei Jahren wählen

Nach dem Rücktritt von Präsident Marc Ravalomanana haben die Streitkräfte in Madagaskar die Macht in die Hände von Oppositionsführer Andry Rajeolina gelegt. Rajoelina trage jetzt die Verantwortung für das Land, erklärte Vizeadmiral Hyppolite Rarison Ramaroson. Zuvor hatte der zurückgetretene Präsident die Regierungsgewalt den Streitkräften übertragen.

Diese lehnten jedoch Ramaroson zufolge dessen Vorschlag zur Bildung eines Militärrats ab. Damit hat sich Oppositionsführer Rajoelina in dem wochenlangen Machtkampf mit dem Präsidenten durchgesetzt. Er hatte sich bereits am Wochenende zum Präsidenten einer Übergangsregierung erklärt.

Rajoelina wirft Ravalomanana die Verschwendung öffentlicher Mittel und die Gefährdung der Demokratie vor. Außerdem macht er ihn verantwortlich für den tödlichen Polizeieinsatz gegen Demonstranten im Februar. Ravalomanana wies den Machtanspruch der Opposition jedoch zurück, einen Rücktritt lehnte er lange Zeit ab. Die Lage in dem vor Afrika gelegenen Inselstaat im Indischen Ozean war zuletzt äußerst angespannt.

Rajoeliona hatte dem französischen Nachrichtensender LCI erklärt, er sei "Übergangspräsident" bis zu Wahlen, die in 24 Monaten stattfinden sollten. Zuvor hatten mehrere von Ravalomanana bevollmächtigte ranghohe Militärs erklärt, sie seien gegen eine Militärführung für die Insel gewesen. Deshalb hätten sie sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, die Macht an Rajoeliona abzutreten.angespannt.

(apa/red)

18.3.2009 09:02