Samstag, 14. März 2009

Ärzte ohne Grenzen in Darfur wieder frei:
Verschleppte sind nicht mehr in Geiselhaft

  • Drei Europäer waren am Mittwoch entführt worden
  • Hilfsorganisation zog Mitarbeiter aus Krisengebiet ab

Die vier in der sudanesischen Krisenregion Darfur verschleppten Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sind nach Angaben der Regierung in Khartum wieder frei. Ein Vertreter des sudanesischen Außenministeriums sagte in der Hauptstadt Khartum, die drei Ausländer und ihr einheimischer Mitarbeiter seien freigelassen worden. "Alle sind wohlauf", sagte Ali Yusif, der Protokollchef des Außenministeriums.

Bewaffnete Männer hatten die MSF-Mitglieder - einen Italiener, einen Franzosen und eine Kanadierin - am Mittwochabend in ihrem Büro in Nord-Darfur überfallen und gemeinsam mit zwei einheimischen Mitarbeitern verschleppt. Einen der Sudanesen ließen die Geiselnehmer nach kurzer Zeit wieder frei. Am Freitagabend hatte die italienische Regierung vorschnell die Freilassung der Entführten verkündet, was sie später jedoch wieder zurücknehmen musste. Als Reaktion auf die Entführung hatte MSF am Freitag den Abzug ihrer mehr als 30 ausländischen Mitarbeiter aus Darfur angekündigt.

Die sudanesische Regierung hatte in der vergangenen Woche mehrere Hilfsorganisation ausgewiesen, nachdem der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag einen Haftbefehl gegen Staatschef Omar al-Bashir wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen hatte. Durch den Bürgerkrieg in Darfur starben nach UNO-Angaben rund 300.000 Menschen. Rund 2,7 Millionen Menschen wurden vertrieben.
(apa/red)

14.3.2009 17:19