Freitag, 13. März 2009

Nordkorea steht im Kreuzfeuer der Kritik:
Erzürnung über geplanten Satellitenstart

  • UNO-Generalsekretär Ban befürchtet Spannungen
  • USA sprechen von "provokativem Akt" Nordkoreas

Die UNO, die USA und China haben Nordkorea davor gewarnt, wie geplant im April einen Satelliten ins Weltall zu schicken. Dies könnte zu erheblichen Spannungen führen, meinte UNO-Generalsekretär Ban. Die USA sprachen von einem "provokativen Akt". Chinas Ministerpräsident Wen rief zur Zurückhaltung auf. Alle Parteien sollten "von Aktionen absehen, die die Spannungen zur Eskalation bringen könnten".

Nordkorea hatte ungeachtet aller Warnungen offiziell den Start eines Fernmeldesatelliten für Anfang April angekündigt. Die USA, Südkorea und Japan befürchten, das kommunistische Land könnte unter dem Deckmantel eines Satellitenstarts eine militärischen Langstreckenrakete testen, die theoretisch US-Gebiet erreichen kann.

Am Montag hatte die nordkoreanische Volksarmee mit Krieg gedroht, sollten seine Gegner versuchen, den Satelliten abzufangen. Zudem versetzte die Volksarmee wegen eines von ihr als Bedrohung kritisierten Manövers der US-Streitkräfte mit Südkorea die Truppen in "volle Kampfbereitschaft".

Kim Jong-Il besucht China
Nur durch Verhandlungen lasse sich Sicherheit und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und in Nordostasien insgesamt schaffen, sagte der Ministerpräsident. China hoffe, dass alle Teilnehmer an den seit 2003 laufenden Sechs-Parteien-Gesprächen zum Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms weitere Übereinstimmungen finden könnten. An den Gesprächen nehmen außer Nordkorea, den USA und China auch Südkorea, Japan und Russland teil. Nächste Woche wird Wen in Peking den nordkoreanischen Ministerpräsidenten Kim zu Gesprächen empfangen, der China besuchen wird.

Südkorea hofft auf Weltsicherheitsrat
Nordkorea riskiert nach Auffassung Südkoreas mit der Ausführung seines angekündigten Raketenstarts "Gegenmaßnahmen" der Vereinten Nationen. Außenminister Yu Myung Hwan bekräftigte, es sei im Falle Nordkoreas egal, ob es sich um einen Satellitenstart oder den Test einer militärischen Rakete handle. Der Weltsicherheitsrat würde sich in jedem Fall mit der Angelegenheit befassen.

"Falls Nordkorea den Start unternimmt, wird es Beratungen auf der Ebene des Sicherheitsrats und Gegenmaßnahmen geben", hieß es in einer Erklärung des südkoreanischen Außenministeriums. Mit seinem Vorhaben würde Nordkorea gegen die UNO-Resolution 1718 vom Oktober 2006 verstoßen. Neben der Verhängung von Sanktionen hat die UNO Nordkorea damals aufgerufen, auf weitere Atomwaffen- und Raketentests zu verzichten. Die Resolution war die Reaktion des Weltsicherheitsrats auf einen Nukleartest des Landes.
(apa/red)

13.3.2009 11:33