Freitag, 13. März 2009

EU überdenkt ihre Beziehung zur NATO:
Verteidigungsminister beraten Kooperation

  • Zusammenarbeit lässt bisher zu wünschen übrig
  • EU hat zu wenig Hubschrauber für Auslandsmissionen

Die Verteidigungsminister der Europäischen Union beraten heute in Prag über die Zusammenarbeit mit der NATO. Obwohl fast alle EU-Staaten auch der NATO angehören, lässt die Kooperation zwischen den beiden Organisationen nach Ansicht vieler Länder bisher zu wünschen übrig. Österreich ist als Nicht-NATO-Mitglied durch Ressortchef Norbert Darabos bei dem Treffen dabei.

Ein großes Problem stellt auch die EU-Polizeimission in Afghanistan dar, die den Einsatz der NATO-Schutztruppe ISAF mittels Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte unterstützen soll. Von den 400 Polizei-Ausbildern, die die EU an den Hindukusch entsenden wollte, sind bisher nicht einmal 200 vor Ort.

Zu wenig Hubschrauber
Auf der Tagesordnung stand auch der Mangel an einsatzfähigen Hubschraubern für EU-Missionen. Dass es der EU hier an Kapazitäten fehlt, wurde bei der Zusammenstellung der Friedenstruppe für den Tschad deutlich. Die Europäer brachten nicht genug Hubschrauber zusammen, um die Soldaten in dem 350.000 Quadratkilometer großen Gebiet rasch von einem Einsatzort zum nächsten bringen zu können. Die EU musste deshalb Russland um Hilfe bitten. Es gibt Pläne zur Modernisierung alter sowjetischer Hubschrauber.

Die Minister wollen nach Angaben von Diplomaten darauf drängen, die bereits im Oktober vergangenen Jahres grundsätzlich beschlossene Modernisierung der Hubschrauber möglichst rasch in die Tat umzusetzen. Dutzende alter sowjetischer Hubschrauber könnten nach Ansicht von Experten heute wieder eingesetzt werden, wenn sie beispielsweise mit modernen Navigationsgeräten und Geräten zum Selbstschutz ausgerüstet werden. Dabei geht es vor allem um Hubschrauber des sowjetischen Typs MI-17, der 1981 erstmals flog. Umstritten ist allerdings, wie ein solches Modernisierungsprogramm - zu dem auch die Ausbildung von Piloten gehört - finanziert werden könnte.

(apa/red)

13.3.2009 11:27