US-Amokläufer mit Todesliste unterwegs:
Tötete zehn Menschen und dann sich selbst
- Schulden und Kündigung aus Wurstfabrik als Auslöser
- Täter in Alabama galt als Einzelgänger und Waffennarr
·Amokläufer richtet Blutbad in Alabama an
Mann schoss wahllos um sich: Elf Menschen getötet
·Muster für Amok- läufe immer ähnlich
Ohnmacht, Misserfolge und Isolation sind schuld
·Wort "Amok" stammt aus dem Malaiischen
In 99 Prozent der Fällen sind Männer die Täter

Der Amokschütze, der im US-Bundesstaat Alabama zehn Menschen und sich selbst tötete, hat eine Liste mit möglichen Opfern geführt. Auf der Liste fanden sich viele Ex-Kollegen einer Wurstfabrik, in der der 28-jährige Michael McLendon bis vor einer Woche gearbeitet hatte, sagte Bezirksstaatsanwalt Gary McAliley. Er beschrieb den Täter als Einzelgänger und Waffennarr.
Stunden nach der Bluttat untersuchten die Ermittler das Haus von McLendons Mutter in dem kleinen Ort Kinston, in dem auch McLendon lebte und wo er seinen Amoklauf startete. In der Küche des teils ausgebrannten Hauses fanden sie die Leiche der Mutter: McLendon hatte sie mit Kopfschuss getötet, ihre Leiche mit in Verdünner getauchte Decken abgedeckt und diese angezündet. Um sie herum lagen ihre drei ebenfalls getöteten Hündchen.
Im Flur bis zum Schlafzimmer des 28-Jährigen entdeckten die Beamten "20 bis 40 Munitionsschachteln". Auf seiner Kommode fanden sie eine Liste mit den Namen von Kollegen, mit denen er von Juni 2007 bis zur vergangenen Woche in der Wurstfabrik gearbeitet hatte. "Darunter hatte er geschrieben, von wem er sich mies behandelt fühlte", berichtete McAliley, "etwa: 'hat mich angeschwärzt, weil ich keine Ohrstöpsel trug', 'ließ mich stundenlang die Fleischwölfe putzen'". Nach Angaben des Staatsanwalts passten McLendons Beschwerden nicht zu den Aussagen seiner Kollegen. Ein Sprecher des Unternehmens bezeichnete ihn als "zuverlässigen Teamarbeiter" und guten Arbeiter.
Einzelgänger
Kollegen und Nachbarn beschrieben den 28-Jährigen als ausgesprochen verschlossen. "Die Nachbarn, mit denen wir sprachen, kannten ihn entweder nicht oder bezeichneten ihn als sehr scheu", sagte McAliley. Für Ärger hätten allerdings seine ständigen Schießübungen im Garten gesorgt. Der 28-Jährige, der 2003 kurzzeitig auch als Polizist gearbeitet hatte, hortete laut dem Staatsanwalt im Haus seiner Mutter "Unmengen von Material, wie es beim Überlebenstraining eingesetzt wird" - Schlafsäcke, Verbandskästen der Armee, Wasservorräte, Kochgeschirr.
Auslöser der Tat könnten laut McAliley wirtschaftliche Probleme gewesen sein: Auf dem Küchentisch fanden die Ermittler ein Entlassungsschreiben für McLendons Mutter. Ihr Sohn habe seitenlange Listen mit allen noch offenen Rechnungen erstellt. "Offenbar wollte er entscheiden, welche zuerst bezahlt werden mussten".
(apa/red)
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