Drei Jahre Haft für Bush-Schuhwerfer: Wegen Attacke auf Ex-Präsidenten verurteilt
- Zaidi: "Beim Anblick von Bush die Kontrolle verloren"
- Als Held gefeiert und Aktion in arabischer Welt bejubelt
Der "Schuhwerfer von Bagdad" wurde wegen Angriffs auf einen ausländischen Staatsführer zu drei Jahren Haft verurteilt. Muntazer al-Zaidi hatte den damaligen US-Präsidenten Bush am 14. Dezember auf einer Pressekonferenz mit einem Schuh beworfen. In weiten Teilen der muslimischen Welt wird der 30-Jährige für seine Tat als Held gefeiert, der Schuhwurf gilt als Ausdruck des Protests gegen die US-Invasion.
"Lang lebe der Irak", rief al-Zaidi bei der Urteilsverkündung vor einem Gericht in Bagdad. Der Journalist erklärte sich in dem Prozess für nicht schuldig. Gerichtssprecher Abdul-Sattar Bayrkdar erklärte, der Angeklagte habe die Mindeststrafe erhalten, könne aber Rechtsmittel einlegen. Bei dem Strafmaß von drei Jahren Haft habe der Richter berücksichtigt, dass Zaidi noch so jung und nicht vorbestraft sei. Der Anklagepunkt kann mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden. Die Anwälte des Journalisten bestätigten, der Richter habe wegen des Alters und guten Leumunds des Angeklagten Milde gezeigt. Dennoch betrachteten sie das Urteil als "unerwartet hart".
Vor Gericht hatte Al-Zaidi im Februar erklärt, er habe bei seiner Attacke nur eines im Sinn: Er wollte den Stolz des irakischen Volkes wiederherstellen. Er habe aber weder Bush verletzten noch Al-Maliki in eine peinliche Lage bringen wollen. Verwandte von Zaidi reagierten auf das Urteil empört. "Das ist ein amerikanisches Tribunal," schrien einige vor dem Sitzungssaal versammelte Angehörige.
Al-Zaidis Chefanwalt Dhiaa al-Saadi kündigte Berufung gegen das Urteil an. Der Verteidiger nannte das Urteil unangemessen und rechtswidrig. Die Brüder des Journalisten versuchen nach eigenen Angaben, Bush, den irakischen Regierungschef und dessen Leibwächter wegen Folter vor ein Gericht in Belgien oder Spanien zu bringen.
Wegen guter Führung verkürzte ein Berufungsgericht seine Haftdauer aber auf neun Monate.
(apa/red)
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