Freitag, 13. März 2009

Knalleffekt im Kampf gegen Kinderpornos:
Polizei entlarvte riesiges Pädophilen-Netz

  • In Österreich wurden 935 Verdächtige ausgeforscht
  • Enge Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden

Gemeinsam mit ausländischen Behörden ist der österreichischen Polizei der bisher größte Schlag gegen Kinderpornografie im Internet gelungen. Ausgehend von einer kroatischen Internet-Seite konnten insgesamt 935 Verdächtige in Österreich ausgeforscht werden. 189 Personen davon konnte die Weitergabe von Material mit Unmündigen nachgewiesen werden, bei 97 Verdächtigen sind die Ermittlungen im Gange.

Die Erhebungen erstreckten sich über ein Jahr. Unter den Beschuldigten befinden sich auch einige Lehrer. Einige der mutmaßlichen Täter waren bereits amtsbekannt, bei den Hausdurchsuchungen wurden auch Drogen und verbotene Waffen sichergestellt. 624 Personen hatten die Kinderpornografieseite in Kroatien lediglich angesehen, gegen sie wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt.

Operation Sledgehammer
Im Ausland wurden im Zuge der Operation Sledgehammer 99 Fotos von nackten Kindern in eindeutigen Posen gefunden. 16 der Opfer im Alter von neun bis zwölf Jahren konnten identifiziert werden, sie stammen aus den USA und Paraguay.

Missbrauchsfall in Bochum
Unterdessen gestand in Bochum ein 51-jähriger Familienvater, seine Tochter und seinen Sohn, eine Enkelin sowie drei Nachbarskinder sexuell missbraucht zu haben. Einige der Kinder waren zur Tatzeit gerade einmal ein Jahr alt. Die Anklage wirft ihm insgesamt 655 Fälle vor. Der Angeklagte hatte Fotos und Texte zu seinen Taten mit dem Titel "Mein Geheimnis" auf einem Speicher-Stick gespeichert. Diese Dokumente waren einem Arbeitskollegen im vergangenen Jahr zufällig in die Hände gefallen.
(apa/red)

13.3.2009 18:09