Morales' flammende Rede fürs Koka-Blatt: Kauen der Pflanze sei kein Drogenkonsum
- Wien: Boliviens Präsident bei UNO-Drogenkonferenz
- Stattet Amtskollegen Heinz Fischer einen Besuch ab

Boliviens Präsident Evo Morales, der sich zur Eröffnung der UNO-Drogenkonferenz in Wien aufhält, hat Bundespräsident Fischer einen Besuch in der Hofburg abgestattet. Schwerpunkt der Gespräche waren die aktuellen Entwicklungen in Lateinamerika. Zuvor hatte Morales bei der Eröffnung der Konferenz einen flammenden Appell für die Legalisierung des Kokablatt an die Teilnehmer gerichtet.
Nach dem Motto "Ja zum Kokablatt! Nein zu Kokain!" sprach sich der Linkspolitiker bei seiner Präsentation von Boliviens Strategie im Anti-Drogenkampf im Vienna International Center (VIC) dagegen aus, das Kauen des Kokablattes mit Drogenkonsum in einen Topf zu werfen. Die Kokapflanze habe viele positive, auch medizinische Wirkungen. Diese Botschaft wollte der Staatschef, der dem indigenen Volk der Aymara entstammt, den Drogenbekämpfungsexperten vermitteln.
Streichung von Suchtgiftliste?
Hauptanliegen von Morales ist es, das Kokablatt von der Suchtgiftliste der UNO streichen zu lassen. In einer Pressekonferenz im Anschluss an seinen Besuch in der Hofburg äußerte er den Wunsch nach einer Entspannung mit den USA, die eine Streichung ablehnten. Morales erinnerte auch daran, dass er als Führer der Kokabauern lange vor seiner Wahl zum Präsidenten schon mehrmals in Wien gewesen war, um für die Legalisierung des Kokablattes zu kämpfen. In Bolivien trete er für eine "Gleichstellung" der indigenen Bevölkerung ein, sagte Morales, und verwies auf die kürzlich beschlossene Beschränkung des Landbesitzes.
Beim Besuch von Morales bei Bundespräsident Fischer wurde über Möglichkeiten gesprochen, die Beziehungen zwischen den lateinamerikanischen Staaten und den USA nach der Amtsübernahme von Präsident Obama zu verbessern. Das berichtete Fischers Sprecher, Bruno Aigner. Der Bundespräsident informierte seinen lateinamerikanischen Gast über wichtige Entwicklungen in Europa und EU-Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise ergreift.
(apa/red)
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