Pfarrer Friedl steht zu seiner großen Liebe: Kirche droht dem Geistlichen mit Rauswurf!
- Bischof zitiert Ungenacher Priester zur Aussprache
- Arigona-Betreuer plädiert für ein "Zölibat auf Zeit"
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Dem Pfarrer Josef Friedl von Ungenach in Oberösterreich droht nach seinem öffentlichen Eingeständnis, mit einer Frau zusammenzuleben, schlimmstenfalls eine Amtsenthebung. Er soll für eine Aussprache über sein zölibatswidriges Verhalten von Bischof Ludwig Schwarz nach Linz zitiert werden. Dieser befindet sich allerdings noch bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Innsbruck.
Pfarrer Friedl selbst hat "keine Angst" vor einer möglichen Amtsenthebung nach seinem öffentlichen Geständnis. Er habe nichts in diese Richtung gehört, ein Gespräch mit Bischof Ludwig Schwarz werde es aber sicher geben, bestätigte der Pfarrer. Er stelle aber diesbezüglich keine Überlegungen an, er lasse es auf sich zukommen. Einen Termin gebe es vorerst nicht, erklärte der Geistliche.
Friedl will Zölibat auf Zeit
In letzter Konsequenz könnte sich der Pfarrer, der sich im Fall von Arigona Zogaj einen Namen gemacht hat, zwischen seiner langjährigen Beziehung und seinem Priesteramt entscheiden müssen. Friedl fordert einen Zölibat auf Zeit, damit könne nach seiner Ansicht dem Priestermangel wirksam begegnet werden. "Auch im Kloster legt man schließlich erst die zeitlichen Gelübde vor der ewigen Profess ab", so der Geistliche. Sollte der Priesteranwärter dann sehen, dass das keusche Leben für ihn nichts sei, könne er jederzeit den Priesterberuf innerhalb einer gewissen Zeit wieder niederlegen.
Mit seiner Forderung nach einem Zölibat auf Zeit war er beim konservativen Linzer Priesterkreis auf vehemente Ablehnung gestoßen. Diesem gehört unter anderem der umstrittene Windischgarstner Pfarrer Gerhard Maria Wagner an, der vor kurzem einen Rückzieher von seinem Amt als Linzer Weihbischof gemacht hatte.
"Spitze des Eisbergs"
Der Fall Friedl ist für die katholische Laieninitiative nur die "Spitze des Eisbergs". Sprecher Herbert Kohlmaier meinte, viele in Partnerschaft lebende Priester würden durch den Zölibat in die Heimlichkeit abwandern. Die Laieninitiative fordert eine generelle Abschaffung des Zölibats, knapp 10.000 Unterstützungserklärungen habe man dafür bereits gesammelt, so Kohlmaier.
"Nicht jedermann ist für den Zölibat geeignet", lautet Kohlmaiers Ansicht. Die Abwanderung in die "Illegalität" mancher Priester würde jedenfalls auch der Glaubwürdigkeit der Kirche schaden. An Konsequenzen, wie etwa eine Zwangspensionierung Friedls oder sogar die Amtsenthebung, glaubt der Sprecher der Initiative allerdings nicht - gerade in Zeiten des Priestermangels. In vielen Fällen würde die Kirche bereits jetzt ein Auge zudrücken, manche Geistliche hätten zudem schon ein oder mehrere Kinder.
(apa/red)
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