Dienstag, 10. März 2009

Pfarrer Friedl steht zu seiner großen Liebe: Kirche droht dem Geistlichen mit Rauswurf!

  • Bischof zitiert Ungenacher Priester zur Aussprache
  • Arigona-Betreuer plädiert für ein "Zölibat auf Zeit"
    PLUS: Was halten Sie von verpflichtender Keuschheit?

Dem Pfarrer Josef Friedl von Ungenach in Oberösterreich droht nach seinem öffentlichen Eingeständnis, mit einer Frau zusammenzuleben, schlimmstenfalls eine Amtsenthebung. Er soll für eine Aussprache über sein zölibatswidriges Verhalten von Bischof Ludwig Schwarz nach Linz zitiert werden. Dieser befindet sich allerdings noch bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Innsbruck.

Pfarrer Friedl selbst hat "keine Angst" vor einer möglichen Amtsenthebung nach seinem öffentlichen Geständnis. Er habe nichts in diese Richtung gehört, ein Gespräch mit Bischof Ludwig Schwarz werde es aber sicher geben, bestätigte der Pfarrer. Er stelle aber diesbezüglich keine Überlegungen an, er lasse es auf sich zukommen. Einen Termin gebe es vorerst nicht, erklärte der Geistliche.

Friedl will Zölibat auf Zeit
In letzter Konsequenz könnte sich der Pfarrer, der sich im Fall von Arigona Zogaj einen Namen gemacht hat, zwischen seiner langjährigen Beziehung und seinem Priesteramt entscheiden müssen. Friedl fordert einen Zölibat auf Zeit, damit könne nach seiner Ansicht dem Priestermangel wirksam begegnet werden. "Auch im Kloster legt man schließlich erst die zeitlichen Gelübde vor der ewigen Profess ab", so der Geistliche. Sollte der Priesteranwärter dann sehen, dass das keusche Leben für ihn nichts sei, könne er jederzeit den Priesterberuf innerhalb einer gewissen Zeit wieder niederlegen.

Mit seiner Forderung nach einem Zölibat auf Zeit war er beim konservativen Linzer Priesterkreis auf vehemente Ablehnung gestoßen. Diesem gehört unter anderem der umstrittene Windischgarstner Pfarrer Gerhard Maria Wagner an, der vor kurzem einen Rückzieher von seinem Amt als Linzer Weihbischof gemacht hatte.

"Spitze des Eisbergs"
Der Fall Friedl ist für die katholische Laieninitiative nur die "Spitze des Eisbergs". Sprecher Herbert Kohlmaier meinte, viele in Partnerschaft lebende Priester würden durch den Zölibat in die Heimlichkeit abwandern. Die Laieninitiative fordert eine generelle Abschaffung des Zölibats, knapp 10.000 Unterstützungserklärungen habe man dafür bereits gesammelt, so Kohlmaier.

"Nicht jedermann ist für den Zölibat geeignet", lautet Kohlmaiers Ansicht. Die Abwanderung in die "Illegalität" mancher Priester würde jedenfalls auch der Glaubwürdigkeit der Kirche schaden. An Konsequenzen, wie etwa eine Zwangspensionierung Friedls oder sogar die Amtsenthebung, glaubt der Sprecher der Initiative allerdings nicht - gerade in Zeiten des Priestermangels. In vielen Fällen würde die Kirche bereits jetzt ein Auge zudrücken, manche Geistliche hätten zudem schon ein oder mehrere Kinder.

(apa/red)

10.3.2009 13:13
sophia1010, 11. 03. '09 15:03
Re: Pressegeiler Schwarzrock
Ich denke, wir haben eine divergierende Sichtweise über die Stellung der PriesterInnen in der Gesellschaft. Ich sehe den Geistlichen als Verbindungsstelle zwischen Gott und den Menschen, im Prinzip kann sich jede/r von uns direkt an Gott wenden. Das stellt wieder die Stellung und Funktion der Kirche in Frage.
Sie meinen er verwendete seine Bekanntheit (Fall "Arigona") als Schutzschild, ich denke er ist dadurch angreifbarer geworden. Ein r.k. Geistlicher der eine Lebensgefährtin hat, was er nicht geheimhält und in seiner Gemeinde allseits bekannt ist, rückt sich selbst ins Rampenlicht? Wäre ziemlich kurzsichtig, denn er kann erwarten, dass seine Gegner seine Beziehung gegen ihn verwenden werden.
Ich danke für Ihr Kompliment an. Persönliches Gespräch? Was darf ich darunter verstehen?
sidestep, 12. 03. '09 07:08
Re: Re: Pressegeiler Schwarzrock
Verehrtes Maultier! Beides ist verwerflich, wobei ich Ihnen zugestehe das der Purpurträger, den man manchmal auch Eminenz nennt, noch verwerflicher handelt - das stimmt! Die Kirche - oder ihre Repräsentanten scheinen krank zu sein. Entweder weil ihre Würdenträger (!?) so handeln oder weil ihre moralischen und ehthischen Werte sowie auch das Kirchenrecht überholt scheinen.
sidestep, 12. 03. '09 08:06
Re: Re: Pressegeiler Schwarzrock
Das mit der divergierenden Sichtweise ist eine völlig richtige Analyse unserer Standpunkte. Was mich wundert ist noch, dass Sie schreiben "PriesterInnen". In der röm.kath. Kirche gibt es solche nicht und die evangelische Kirche kennt solche Probleme durch die Möglichkeit, dass dort Männer und Frauen das Priesteramt und höhere Weihen ausüben und sich auch verehelichen dürfen, nicht.

Was ich mit dem Gespräch gemeinte habe ist, dass es höchst interessant wäre bei einem Kaffe die ganze Sache "zu Ende" zu diskutieren, weil Sie meiner Meinung nach einen hohen Intellekt haben und bei Ihrer Argumentation sich immer auf einer sachlichen Ebene zu bewegen scheinen. Nicht mehr und nicht weniger meinte ich damit.
sophia1010, 13. 03. '09 18:57
Re: Re: Pressegeiler Schwarzrock
Verehrtes Maultier???

Es gibt noch andere Glaubensgemeinschaften ausser die römisch-katholische und die evangelische Kirche, zum Beispiel die altkatholische Kirche. Natürlich ist hier eine andere Situation durch das Fehlen des Pflichtzölibats gegeben. Jedoch meinte ich allgemein die Stellung des Geistlichen unabhängig vom Familienstand. Eher diese Glorifizierung und das Geistliche über der Gemeinde steht nicht mitten in ihr. Ich hoffe und denke Sie verstehen was sie meinen.

Ein Kaffee? Hm...wäre nicht uninteressant. Wie wäre es wenn wir eventuell die Emailadressen austauschen? Obwohl, sollten Sie mit Maultier mich gemeint haben....hmmm
sophia1010, 13. 03. '09 19:02
Re: Re: Pressegeiler Schwarzrock
Oh...ich bin untröstlich...ich hab unten erst den Kommentar von "Maultier" mit den Purpurröcken gelesen...
...es tut mir leid, verehrter Herr sidestep

zerknirschte Grüße
Sophia
maultier, 10. 03. '09 14:05
von wegen zölibat
ein schwarzrock mit einer frau im bett ist besser als ein
purpurträger mit einem bubi. oder??
furgler, 10. 03. '09 14:42
Von wegen Zölibat...
Hier tummeln sich eine Menge Leute, die mit Kirche gar nichts am Hut haben. Sollen sie sich doch heraus halten, wenn sie einen Anstand haben!
MfG
sophia1010, 11. 03. '09 12:02
Re: von wegen zölibat
Herr Furgler,

wen meinen Sie? Man kann denke ich auch einen Meinung zu etwas haben mit dem man nichts am Hut hat, denn vielleicht ist diese Meinung ja der Grund warum man damit nichts am Hut hat, nicht wahr?
sidestep, 10. 03. '09 10:50
Pressegeiler Schwarzrock
Ja, ja der Herr Friedl. Ein pressegeiler Schwarzrock, der sich mit Arigona unberechtigt in den Vordergrund gespielt hat. Jezt hat er eine große Sünde begangen, und sich zu einer Frau ins Bett gelegt. Gelübde hin Gelübde her, wenns den Herrn Pfarrer gelüstet, dann will er sich zu seiner Gespielin ins Bett legen und natürlich hat sich die Kirche und ihr Jahrhunderte altes canonisches Recht seinem Freizeitspaß anzugleichen und nicht etwa er dem kirchlichen Recht. Jezt fordert er, einen Zölibat auf Zeit. Ich bin mir sicher, bevor er sich eine Gespielin für sein Bett gesucht hat, war er strikt dagegen. Ja, ja Herr Pfarrer, so ändern sich die Zeiten und die Meinungen. Es wird nicht lange dauern, wird er auch in der Arigiona-Sache - wenns ihm dienlich ist - eine andere Meinung haben.
sophia1010, 10. 03. '09 12:31
Re: Pressegeiler Schwarzrock
ich kann nur sagen, lieber Herr sidestep:

"Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein."
sidestep, 11. 03. '09 09:40
Re: Pressegeiler Schwarzrock
Dazu nur einige Wort sehr geehrte Frau Sophia! Ich habe nie behauptet ohne Sünde zu sein. Bei einem Pfarrer darf man es wenigstens bedingt voraussetzen oder? Ich gehe nicht scheinheilig auf die andere Seite des Beichtstuhles und vergebe den reuigen "Sündern" ihre Sünden und habe selbst - nach Auffassung der katholischen Kirche - eine schwere Sünde begangen die auch der Vergebung bedarf. Der "pressegeile Schwarzrock" hat dies wahrscheinlich täglich getan und das ist das Verwerfliche!!!
sophia1010, 11. 03. '09 12:00
Re: Pressegeiler Schwarzrock
MIt der Sünde und dem ersten Stein war eher der selbstgerechte Ton Ihres Kommentares gemeint. Jeder von uns hat, so denke ich, schon einmal eine Handlungsweise eines anderen kritisiert obwohl er, in der selben Situation bzw. Lage, gleich handeln würde.

Ein Priester ohne Sünde?....hmm...ja...nur selbst ein Priester ist nur ein Mensch, das dürfen Sie nicht vergessen. Es wäre eher an der römisch-katholischen Kirche sich der Zeit anzupassen, nicht jetzt speziell Pfarrer Friedl wie Sie angedeutet haben, sondern generell. Es wäre eine Grundsatzdiskussion angebracht. Sie erwähnen das jahrhundertealte canonische Recht, hmm, nur weil etwas jahrhundertealt ist muss es noch lange nicht richtig sein, meinen Sie nicht? Natürlich auch nicht gleich falsch, das gebe ich zu.
sidestep, 11. 03. '09 13:07
Re: Pressegeiler Schwarzrock
Ich spüre instinktiv, dass ich mich hier nicht den üblichen Postern gegenüber sehe, sondern einem feinsinnigen, intelligenten Menschen. Darum würde es mir einen Riesenspaß machen, mit Ihnen persönlich zu sprechen. Aber nur einen Satz noch zu Ihrer letzten Stellungnahme: Der Beruf des Priesters und damit den Zölibat hat Herr Josef Friedl freiwillig gewählt und er wurde ihm nicht aufgezwungen. Das verprtflichtet ihn meiner Meinung nach besonders, nicht seiner ersten Regung nachzugeben und zu leben wie seine Schäfchen um ihn herum. Ich hege den Verdacht, dass er Arigona nur benützt hat um zu einem größeren Bekanntheitsgrad zu kommen, weil man halt einem "bekannten" Priester weniger leicht suspendiert als einen "unbekannten"! Dies wäre noch verwerflicher als die Verfehlung an sich.