Hitzige Diskussion im Lehrer-Streit: Schmied und Gewerkschaft sparen nicht mit Attacken
- Bildungssystem: "Ergebnisse und Qualität schlecht"
- "Budgetzwänge auf Rücken der Lehrer ausgetragen"
PLUS: Ihre Meinung zum Lehrer-Streit ist gefragt!

·Schmied will "All-in"- Verträge für Lehrer
Ministerin fordert Ende der Stundenabrechnung
·Mehr oder weniger Geld für die Schulen?
Experte Schilcher dafür, Staatssekretäre dagegen
·Österreichs Lehrer im Länder-Vergleich
GRAFIK: Gehalt, Schüler pro Lehrer und Arbeitszeit
·Beim Budget geht überhaupt nichts mehr
Für Pröll kein Spielraum beim Bildungsbudget
·Unterrichtsministerin droht mit Rücktritt
Streit um Arbeitszeit: Entlassungen Alternative
Weiterhin keine Annäherung zwischen Unterrichtsministerin Schmied und der Lehrer-Gewerkschaft in der Auseinandersetzung über die geplante Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung. Es gehe um eine Umschichtung der Arbeitszeit "in die Klassen, hin zu den Kindern", sagte die Ministerin Sonntag Abend in der ORF-Sendung "Im Zentrum". Lehrer-Gewerkschafter Riegler reagierte durchwegs mit Ablehnung.
"Einigen kann man sich erst dann, wenn die Verletzungen der letzten Zeit ausgeräumt sind und soweit sind wir noch nicht", erklärte Riegler. Es sei unerträglich, wie Budgetzwänge auf dem Rücken der Lehrer ausgetragen würden. Von Schmied verlangte er neuerlich, das Budget offenzulegen.
Laut Schmied würden noch viele Gespräche geführt - das nächste am Donnerstag - aber "es kann natürlich auch dazu kommen, dass es zu einem Regierungsbeschluss kommt, bei dem die Gewerkschaft einmal nicht zustimmt", so Schmied. Die von ihr geplante Maßnahme bezeichnete sie als "Umschichtung der Arbeitsleistung hin ins Klassenzimmer, hin zu den Kindern".
"Kein gutes Bildungssystem"
"Wir brauchen die neue Schule", fordert Schmied, die betonte: "Wir haben kein gutes Bildungssystem. Die Ergebnisse und die Qualität ist schlecht. Wir haben Handlungsbedarf." Diese Einschätzung teilte Wifo-Chef Aiginger: Notwendig seien autonome Schulen, wo der Direktor Leute anstellen und entlassen könne, dann sei die Arbeitszeit nur mehr eine Nebenfrage."
Riegler forderte eine Entlastung für die Lehrer: Wesentliche Bestandteile der Volkszählungsarbeit sei an Schulen gewandert und Lehrer könnten sich für Fortbildungen oft nicht über Computer anmelden. Dagegen unterstrich die Ministerin, eine ad hoc-Lösung für die Jahre 2009 und 2010 zu brauchen. "Wir wollen diesen Kurs fortsetzen und das braucht auch den Beitrag der Lehrer." Dass die Erhöhung der Lehrverpflichtung früher oder später einmal kommen werde, sei schon lange klar, meinte sie.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
