Montag, 9. März 2009

Hitzige Diskussion im Lehrer-Streit: Schmied und Gewerkschaft sparen nicht mit Attacken

  • Bildungssystem: "Ergebnisse und Qualität schlecht"
  • "Budgetzwänge auf Rücken der Lehrer ausgetragen"
    PLUS: Ihre Meinung zum Lehrer-Streit ist gefragt!

Weiterhin keine Annäherung zwischen Unterrichtsministerin Schmied und der Lehrer-Gewerkschaft in der Auseinandersetzung über die geplante Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung. Es gehe um eine Umschichtung der Arbeitszeit "in die Klassen, hin zu den Kindern", sagte die Ministerin Sonntag Abend in der ORF-Sendung "Im Zentrum". Lehrer-Gewerkschafter Riegler reagierte durchwegs mit Ablehnung.

"Einigen kann man sich erst dann, wenn die Verletzungen der letzten Zeit ausgeräumt sind und soweit sind wir noch nicht", erklärte Riegler. Es sei unerträglich, wie Budgetzwänge auf dem Rücken der Lehrer ausgetragen würden. Von Schmied verlangte er neuerlich, das Budget offenzulegen.

Laut Schmied würden noch viele Gespräche geführt - das nächste am Donnerstag - aber "es kann natürlich auch dazu kommen, dass es zu einem Regierungsbeschluss kommt, bei dem die Gewerkschaft einmal nicht zustimmt", so Schmied. Die von ihr geplante Maßnahme bezeichnete sie als "Umschichtung der Arbeitsleistung hin ins Klassenzimmer, hin zu den Kindern".

"Kein gutes Bildungssystem"
"Wir brauchen die neue Schule", fordert Schmied, die betonte: "Wir haben kein gutes Bildungssystem. Die Ergebnisse und die Qualität ist schlecht. Wir haben Handlungsbedarf." Diese Einschätzung teilte Wifo-Chef Aiginger: Notwendig seien autonome Schulen, wo der Direktor Leute anstellen und entlassen könne, dann sei die Arbeitszeit nur mehr eine Nebenfrage."

Riegler forderte eine Entlastung für die Lehrer: Wesentliche Bestandteile der Volkszählungsarbeit sei an Schulen gewandert und Lehrer könnten sich für Fortbildungen oft nicht über Computer anmelden. Dagegen unterstrich die Ministerin, eine ad hoc-Lösung für die Jahre 2009 und 2010 zu brauchen. "Wir wollen diesen Kurs fortsetzen und das braucht auch den Beitrag der Lehrer." Dass die Erhöhung der Lehrverpflichtung früher oder später einmal kommen werde, sei schon lange klar, meinte sie.

(apa/red)

9.3.2009 09:15
abersicher, 09. 03. '09 11:34
zur abwechslung dolmetschen
ja, schdimd, lehrerInnen sollten zur abwechslung dolmetschen, frau minister. und dolmetscherInnen sollten zur abwechslung unterrichten. und wie wär's, wenn humanmedizinerInnen zur abwechslung in der tierklinik arbeiten? und umgekehrt? oder wir setzen aua-pilotInnen zur abwechslung tageweise ans steuer der U4? und um den straßenbahnfahrerInnen eine abwechslung zu verschaffen, setzen wir sie gelegentlich neben den co-piloten in der boeing 777 nach shanghai? ja, sicher, das machen wir.
mitleser, 09. 03. '09 12:08
Re: zur abwechslung dolmetschen
lehrer haben keine ahnung, wie es in anderen berufsgruppen aussieht. sie wissen nicht, was eine unbezahlte überstunde ist, was es heißt, gekündigt zu werden und was ein unsicherer arbeitsplatz ist. wie auch, wenn pragmatisiert und nicht beuteilt. das werden mitarbeiter in firmen immer wieder und sie weren permanent geschult, müssen auf semiare gehen etc.
sidestep, 09. 03. '09 12:29
Re: zur abwechslung dolmetschen
Bitte nicht die Straßenbahnfahrerinnen nach Shanghai schicken. Die sind wertvolle Arbeiterinnen und Menschen und die brauchen wir noch. Aber vielleicht könnten wir Frau Schmied nach Shanghai schicken und die könnte auch dort bleiben, weil die brauchen wir hier sicher nicht mehr. Solche Leute wie die, kriegen wir jederzeit und ohne besondere Auslese in die Regierung! Die Arbeit machen ohnehin die Beamten und für schlau (oder wie heißt doch das Gegenteil von schlau?) schauen 18.000.-Euro im Monat kassieren, das wäre ein Fall für einen Spargedanken!
sidestep, 09. 03. '09 12:37
Re: zur abwechslung dolmetschen
Ach ja und für den "Mitleser" habe ich auch noch eine Frage: Was hat Sie gehindert Lehrer zu werden und all die Privilegien, die die angeblich haben, auch zu geniesen? Wahrscheinlich waren Sie zu intelligent und überqualifiziert oder?
ganzegal, 09. 03. '09 13:09
.....neue Kuschel-Strategie
Eine Ministerin, die mit Rücktritt droht hat nicht nur schon verloren sondern bereits aufgegeben. Frau Schmidt dürfte keine Führungsstärke besitzen und hat sich durch ihre Rücktrittsdrohungen öffentlich für ihren Job disqualifiziert. Die nächsten werden die Polizisten sein, das Krankenhauspersonal und Verwaltungspersonal öffentlicher Behörden, die von heute auf morgen einfach ein paar Stunden mehr arbeiten werden - der Wirtschaftskrise wegen, versteht sich. Die Mehrheit der Österreicher ist sicher dafür!
mitleser, 11. 03. '09 06:38
Re: zur abwechslung dolmetschen
je mehr ein mensch lernt, desto besser kann er viele bereiche vereinen. vernetzungen von verschiedenen berufskenntnissen steigert qualitätsarbeit und weiblick. lehrer rennen derart mit scheuklappen durch die gegend, es ist besorgniserregend! die mentalität der österreicher und unwilligkeit zu positiver weitsicht ist grauenhaft...
mitleser, 11. 03. '09 06:45
an "sidestep":
lehrer kann man werden, auch nach gelernten anderen berufen, das kann jeder, wenn er möchte und die vorraussetzungen dazu hat ( abitur ).
warum soll man es sich nicht verändern, VERBESSERN dürfen?
lehrer haben genug zu tun, aber das kann auch mit viel freude von der hand gehen: engagement vereint mit viel spaß an der arbeit mit kindern, so nennt man das.
dolmwig, 11. 03. '09 15:45
Re: zur abwechslung dolmetschen
als minister kann man leicht aus einem ressort ins andere wechseln, weshalb es auch nicht verwunderlich ist, dass eine ministerin der meinung ist, man könne als sprachkundiger lehrer ganz einfach einen job als goldnasiger dolmetscher annehmen - die wahrheit ist, dass dieser beruf jahrelanges training voraussetzt (in unserem studium gab es zu meiner zeit 92% ausfallsquote - es kommen also nur überdurchschnittlich begabte durch...) - aber die arbeitslosen junglehrer könnten durchaus (auch ungeschminkt) in die politik wechseln, denn die anforderungen für ministerposten scheinen ja nicht sehr hoch zu sein...aber vermutlich hat die ministerin das ja auch scherzhaft gemeint!
Verbesserer, 09. 03. '09 09:23
Gewerkschaft ist falsch programmiert
Siehe AUA und ähnliche Betriebe. Der Gewerkschaft scheint es lieber zu sein, wenn der Betrieb in Konkurs geht als auf Privilegien ihrer Mitglieder zu verzichten.
Nach der News-Grafik geht es gar nicht um Lohnverzicht. Die österr. Lehrer sind im EU-Vergleich gut bedient, sondern um einen effektiveren Unterricht.
Pe71zi, 09. 03. '09 10:54
Re: Gewerkschaft ist falsch programmiert
Ich werde kurz erklären, warum ich glaube, dass es für viele Lehrer, und gerade für Junglehrer doch ein Lohnverzicht ist. Junglehrer in den ersten Jahren haben keine fixen Stellen, sondern sind Vertragslehrer über eine gewisse Stundenanzahl. So habe ich heuer einen Vertrag über 16 Stunden ergattert, nächstes Jahr sinds vielleicht weniger, vielleicht auch mehr, je nachdem, wieviel sog. Werteinheiten die Schule zu vergeben hat. Dh, bei mir gehts gar nie darum, ob ich willig bin, 22 Werteinheiten für das Gehalt von 20 zu unterrichten. Angenommen ich habe wieder 16 Stunden, unterrichte ich dann 16/22 Stunden statt 16/20 Stunden und verdiene damit genau um 10% weniger als heuer.
Allerdings sind genau meine 16 Stunden sowieso die Stunden, die dann unter meinen Kollegen aufgeteilt werden.
sidestep, 09. 03. '09 12:32
Re: Gewerkschaft ist falsch programmiert
Sie glauben alles was die Zeitungen (auch NEWS) schreiben oder? Solch kritische Menschen brauchen wir mehr. Da braucht ein Blatt nur schreiben "Morgen geht die Welt unter" und schon begehen sie Selbstmord. Mein Gott was für Typen hier mitdiskutieren. Man sollte sich echt heraushalten!
enibas63, 09. 03. '09 13:25
Re: Gewerkschaft ist falsch programmiert
@sidestep09.03.09 12:32 Fall sie sich in diesem Kommentar auf den von Pe71zi beziehen, dann frage ich mich wirklich, wer hier Zeitungen liest, bzw. den Inhalt des Gelesenen auch versteht. Sie sind das wohl nicht, und in der Lage eine einfache Milchmädchenrechnung aufzustellen sind sie auch nicht. Ihr Vorschreiber hat sehr gut erklärt, worum es hier wirklich geht und das auch noch anhand eines Beispiels erklärt. Die Aussage "Man sollte sich hier heraushalten." trifft also wohl am ehesten auf sie selber zu.