Ein Neuwagen ist eine teure Anschaffung: Ist Kredit oder Leasing beim Kauf günstiger?
- FORMAT: Vor- und Nachteile des Autokaufs auf Pump
- Welche verschiedene Faktoren dabei zu beachten sind

Der Kauf eines Neuwagens gehört zu den teuersten Anschaffungen des Lebens ein Erwerb ist deshalb oft nur auf Pump möglich. Umso wichtiger ist deshalb eine günstige Finanzierung. Potenzielle Neuwagenbesitzer haben die Wahl zwischen Leasing oder Kredit. FORMAT hat die Konditionen der beiden Varianten anhand des beliebtesten Neuwagens, des VW Golf mit 110-PS-TDI-Motor, verglichen und gibt Tipps, auf welche Problemzonen Autokäufer achten sollten.
Auf den ersten Blick spricht alles für Leasing. Die monatlichen Raten sind weitaus günstiger als bei einer Finanzierung über Kredit, weil der Restwert erst zum Schluss fällig wird. Bei der letztlich entscheidenden Gesamtbelastung ergeben sich aber keine allzu großen Unterschiede. So berechnet etwa die Porsche Bank bei der Leasingvariante bei 15.000 Kilometern pro Jahr und einem Restwert von 8.500 Euro nach vier Jahren Monatsraten von 192 Euro. Das Kredit-Pendant kommt bei den gleichen Konditionen auf 354 Euro. Bei der Gesamtbelastung fährt man beim Kredit mit 543 Euro günstiger vorausgesetzt, der Leasing-Kunde erwirbt das Auto am Ende des Vertrags.
Gemessen an der Beliebtheit hat das Leasing aber die Nase klar vorn. Bereits 80 Prozent der Neuwagen von Firmenkunden sind geleast, bei Privatkunden ist es jedes fünfte Auto. Rudolf Fric, Präsident des Leasingverbandes: Der Eigentumsgedanke ist vor allem bei Firmenkunden dem betriebswirtschaftlichen Nutzen gewichen. Alle drei bis vier Jahre wird auf ein neues Auto umgestiegen. So schont man Reserven und hält die monatlichen Belastungen gering.
Das Problem: Extrem niedrige Leasingraten stellen sich im Nachhinein manchmal als teuer heraus, vor allem dann, wenn der zu Beginn festgelegte Restwert am Ende niedriger ausfällt als angenommen. Falls die Leasingfirma den Restwert bei einem Verkauf nicht erzielt, zahlt der Kunde nämlich die Differenz.
Zudem sind Verträge meist mit schwer verständlichen Klauseln versehen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat aktuell einen Aufsehen erregenden Erfolg gegen führende Leasinggesellschaften verbuchen können, da sich zahlreiche Klauseln als gesetzwidrig herausgestellt haben. Vor allem die Rechte der Kunden im Bezug auf Gewährleistung durch die Leasinggeber waren ein zentraler Streitpunkt. Fric: Falls da in Zukunft häufiger Fälle einer Garantieleistung auftreten, wird sich das auf den Preis niederschlagen. Das bedeutet, Leasing wird teurer.
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