Wlaschek schnappt sich ein BAWAG-Haus:
Top-Immobile am Fleischmarkt um 100 Mio.
- Beinhaltet das 601m2-Penthouse von Ex-Chef Flöttl
- BAWAG muss Bank-Filiale im Erdgeschoss räumen

Das Immobilienpaket, das die BAWAG P.S.K. vor kurzem verkauft hat, wird weiter aufgeteilt. Das Haus am Wiener Fleischmarkt ist bei Ex-Billa-Chef Karl Wlaschek gelandet. Wlaschek wird die 18.000-m2-Top-Immobilie wohl zur Gänze umbauen müssen, nicht zuletzt wegen der Deckensprünge, berichtet "Der Standard".
Demnach hat die Eco Business Immobilien um rund 100 Mio. Euro das Haus am Fleischmarkt 1-3, in dessen Dachgeschoß sich die Wohnungen von Ex-Bawag-Chef Walter Flöttl und Ex-ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch befinden, verkauft. Käufer ist, wie die Zeitung berichtet, eine Stiftung von Karl Wlaschek.
Einstiegsbedingung von Wlaschek war, dass der einzige Miteigentümer der Immobilie, Flöttl, seine Wohnung ebenfalls verkauft. Was dieser auch tat. Eco kaufte Flöttl aus, er bekam für sein Penthouse rund 5,6 Mio. Euro. Der 85-jährige, schwerkranke Ex-Banker behält aber ein lebenslanges Wohnrecht. Flöttls Nachbar, Verzetnitsch, bleibt auch unter dem neuen Hausherrn Mieter im letzten Stock des Hauses.
Verzetnitsch wohnt auf 200m2
Verzetnitsch wohnt auf 200 m2 und hat, im Vergleich zu seinem Nachbarn, eine kleine Dachterrasse. Die Wohnung kostet ihn im Monat rund 1.200 Euro, ohne Betriebskosten und Umsatzsteuer.
Walter Flöttl hat die BAWAG P.S.K. 23 Jahre lang geleitet, bis im Frühling 1995 die ersten Karibikgeschäfte mit seinem Sohn Wolfgang aufgeflogen sind. Die Wohnung schien Kritikern schon damals nicht recht passend für einen Gewerkschaftsbanker, zumal der sie zunächst günstig mietete (die 210.000 Euro Lohnsteuer dafür zahlte die Bawag später für Flöttl nach) und Mitte der 90er dann günstig kaufte.
Flöttl-Penthouse hat 601m2
Das Flöttl-Penthouse: 601m2 groß, Nutzfläche: rund 420m2. Flöttl 1995: "Da sind aber so viele finstre Gänge drin." Den Swimmingpool (54m2) in einem eigenen Raum und die Terrassen (430m2) ließ er unerwähnt.
Wohnung plus Schwimmbad und selbstgewähltem Mobiliar (wie Treppe um 85.000 Euro oder argentinische Fliesen) erwarb Flöttl dann bei seiner Pensionierung - um rund 600.000 Euro (neun Mio. Schilling). So viel war sie rund 20 Jahre zuvor bei der Kaufoptionseinräumung wert gewesen. Tatsächlich war sie mehr als das Doppelte wert, rund 1,5 Mio. Euro, wie die Finanz später feststellte.
Die im Haus eingemietete BAWAG P.S.K. wird Ende 2009, Anfang 2010 ihre Büros und das Gassenlokal räumen. Einen unbefristeten Mietvertrag haben neben Verzetnitsch auch die Kammerspiele. Eco verkaufte die Immobilie unter dem Anschaffungswert, der bei etwa 110 Mio. Euro gelegen haben dürfte, heißt es in dem Bericht.
(apa/red)

