Freitag, 6. März 2009

Industrie befindet sich im freien Fall:
Abschwung hat sich Ende 2008 verschärft

  • WKO verbucht Absturz bei den Auftragseingängen
  • Forderung nach umfassendem Konjunkturprogramm

Der Abschwung in der heimischen Industrie hat sich gegen Jahresende 2008 deutlich beschleunigt. Österreichs Industriekonjunktur befindet sich offensichtlich im freien Fall. "Von einer Industriekonjunktur können wir aktuell nicht sprechen", erklärte die Wirtschaftskammer. Die Regierung wurde aufgefordert, "rasch" Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise in Angriff zu nehmen.

"Jeder Tag, an dem die Bundesregierung handelt, ist ein wertvoller Tag für die heimische Industrie", sagte Manfred Engelmann, Geschäftsführer der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer. Die Auftragseingänge seien im November 2008 - den letzten zur Verfügung stehenden Daten - im Jahresvergleich bereits um 21,9 Prozent eingebrochen. Im Oktober waren es 9,9 Prozent, im September 6,1 Prozent. Im gesamten vierten Quartal müsse mit einem Rückgang von 18 Prozent gerechnet werden, so Engelmann.

Die Industrie fordert ein mehrere Punkte umfassendes Konjunkturprogramm. Dazu zählt die praktikable Umsetzung von Kurzarbeitsmöglichkeiten, staatliche Garantien für Unternehmensfinanzierungen, das Einhalten von Zusagen zur Forschungs- und Entwicklungs-Finanzierung, die Schaffung von Investitionsanreizen und verstärkte Infrastruktur-Investitionen.
(apa/red)

6.3.2009 14:51