Krisentreffen bei Opel ohne Ergebnis:
Belegschaft will jetzt Konzern-Beteiligung
- Bundeskanzlerin Merkel interveniert in Gespräche
- Betriebsrat will Belegschaft an Konzern beteiligen

·GM soll Opel-Patente verpfändet haben
Belegschaft will jetzt Beteiligung am Konzern
·Schärfere Regeln für Spitzenverdiener
Deutschland nimmt Manager in die Pflicht
·Autobranche: Krise verschlimmert sich
Dramatischer Einbruch der Absätze im Februar
Ein Spitzentreffen von Vertretern der deutschen Bundesregierung sowie des angeschlagenen Autobauers Opel und dessen Mutterkonzerns General Motors ist erwartungsgemäß ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Es gebe noch "viele Fragen, die zu klären sind", sagte Wirtschaftsminister Guttenberg. Er sicherte zu, dass die Bundesregierung alles auf Plausibilität hin überprüfen werde. Dieser Prozess werde aber noch Wochen dauern, sagte zu Guttenberg.
Die deutsche Bundesregierung dringt darauf, dass das Unternehmen einen tragfähigen Sanierungsplan vorlegt. Sogar die Bundeskanzlerin Merkel hatte sich direkt in die Gespräche eingeschaltet und in einem Telefonat mit GM-Europa-Chef Forster deutlich gemacht, dass der Regierung die bisherigen Vorlagen nicht ausreichten.
Kritik des Betriebsrates
Der Betriebsrat des angeschlagenen Autoherstellers hat indes das Management der Konzernmutter General Motors scharf kritisiert und zum sofortigen Handeln aufgefordert. Die Manager überböten sich derzeit mit Ankündigungen zur Höhe des Personalabbaus und schreckten damit die Politik ab, kritisierte der Betriebsrat. Die Opel-Belegschaft strebt zusammen mit den Opel-Händlern eine Beteiligung am Unternehmen an. Voraussetzung für eine Beteiligung von Beschäftigten und Händlern sei, dass Opel vom Mutterkonzern abgenabelt werde und GM nur noch eine Minderheitsbeteiligung habe.
Zugleich werden immer mehr Hindernisse für die Abtrennung Opels von GM bekannt: Die Konzernmutter habe die Patente von Opel als Sicherheiten an das Finanzministerium abgegeben, um staatliche Milliarden-Zuschüsse zu erhalten, berichtete die "Bild"-Zeitung. Der Opel-Aufsichtsrat widersprach dieser Darstellung aber. Opel und GM besäßen demnach beide die Patente und könnten frei darüber verfügen.
(apa/red)

