Donnerstag, 5. März 2009

Niedrigster Stand seit Währungsunions-
Beginn: EZB senkt Leitzins auf 1,5 Prozent

  • Kurssenkung für den Euroraum um 0,5 Prozent
  • PLUS: Britische Notenbank senkt Zins auf 0,5 Prozent

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins wie von Experten erwartet weiter verringert. Der Leitzins für den Euroraum sinke um 0,5 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent, teilte die EZB am Donnerstag mit. Ökonomen hatten diese Entscheidung erwartet. Damit liegt der Leitzins so niedrig wie noch nie seit Gründung der europäischen Währungsunion im Jahr 1999.

Im Februar hatte die EZB noch eine Zinspause eingelegt, nachdem sie das Zinsniveau seit Oktober 2008 um insgesamt 2,25 Punkte reduziert hatte. Grund der kräftigen Zinssenkungen ist die konjunkturelle Talfahrt bei zugleich deutlich gesunkenen Inflationsraten.

Kreditwirtschaft ankurbeln
Niedrige Zinsen verbilligen Kredite für Unternehmen und Verbraucher und können so die Wirtschaft ankurbeln. Sparguthaben werden allerdings ebenfalls niedriger verzinst.

"Der heutige Schritt der EZB, den Leitzins von 2 auf 1,5 Prozent zu senken, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Das darf aber nicht der letzte gewesen sein", betont der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, in einer ersten Reaktion.

EZB signalisiert weitere Senkung
Die EZB signalisierte eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik, sprach sich aber zugleich gegen eine Nullzinspolitik aus. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte, er könne eine weitere Zinssenkung nicht ausschließen.

Die Zinsen könnten weiter herunter gehen, seien aber bereits auf einem "sehr, sehr niedrigen Niveau". Die EZB-Spitze sehe aber einige Nachteile einer Nullzinspolitik. Zudem diskutiere der EZB-Rat weitere unkonventionelle Maßnahmen der Geldpolitik.

In den USA und in Japan liegen die Leitzinsen derzeit praktisch bei null. In Großbritannien senkte die Bank von England (BoE) den Leitzins am Donnerstag um 0,5 Punkte auf den historischen Tiefststand von 0,5 Prozent.
(apa/red)

5.3.2009 15:35