Tauziehen um die Nachfolge Nemsics:
Forderung nach internationalem Experten
- Aufsichtsrat berät schon bald über Neubesetzung
- Personalvertretung will jetzt keine Hauruck-Aktion

Die ÖIAG sollte für die Telekom Austria einen internationalen Experten als Nachfolger für Boris Nemsic an der Spitze des Unternehmens suchen - das hat die Personalvertretung öffentlich gefordert. Es könne nicht sein, dass Nemsic die TA überfallsartig verlasse und diese Akut-Situation ausnütze, um Personen seines Vertrauens in Führungsrollen zu hieven, so Betriebsratschef Michael Kolek.
Wie aus informierten Kreisen zu erfahren war, soll sich der Telekom-Aufsichtsrat bereits mit der Frage der Nachfolge von TA-Chef Nemsic befassen. Nemsic verlässt das Unternehmen Ende des Monats.
"Wir erwarten uns, dass sich ÖIAG-Chef Peter Michaelis zumindest genauso intensiv um eine geeignete Nachfolge für Herrn Nemsic bemüht wie er Verkaufsmöglichkeiten für die Telekom Austria sondiert", sagte Kolek. "Tut er das nicht, kann man die ÖIAG auflösen. Es kann nicht sein, dass Boris Nemsic sich selbst seine Nachfolger aussuchen kann. Es liegt auf der Hand, dass Nemsic in erster Linie im Interesse seines zukünftigen Arbeitgebers handeln würde und nicht im Interesse der Telekom Austria", so der Vorsitzende der Telekom-Austria-Personalvertretung. "Spitzenleute gewinnt man nicht über Nacht. Eine Hauruckaktion spielt nur Boris Nemsic und damit einem künftigen Konkurrenten der Telekom Austria in die Hände."
(apa/red)

