Dienstag, 3. März 2009

Post-Skepsis in der roten Führungsetage:
Faymann und Bures fordern Überprüfung

  • "Wollen flächendeckende Versorgung sicherstellen"
  • FCG schließt "massive Streikmaßnahmen" nicht aus

Bundeskanzler Faymann fordert eine genaue Überprüfung des Ersatzangebotes der Post. "Wir vertreten auch den ländlichen Raum. Die Menschen haben die Sorge, dass eine wichtige Dienstleistung dort nicht mehr erbracht wird", so der SPÖ-Chef. Die für die flächendeckende Postversorgung zuständige Verkehrsministerin Bures warf dem Postmanagement vor, sich nicht an die Ankündigung eines Schließungsstopps bis Mitte 2009 gehalten zu haben.

Sie kündigte nun in einer Aussendung eine "strenge Prüfung" des Postkonzeptes an: "Ich werde die Möglichkeiten, die ich habe voll nutzen, um eine flächendeckende Versorgung der Menschen und der regionalen Wirtschaft mit Postdienstleistungen - in der Stadt und am Land - sicherzustellen."

Manfred Wiedner, Chef der christdemokratischen Fraktion (FCG) der Postgewerkschaft, ging noch einen Schritt weiter. Er schloss "massive Streikmaßnahmen" nicht aus. Außerdem hofft er auf die Unterstützung der Gemeinden. Würde es einen Gemeinderatsbeschluss geben, wonach kein Postpartner im Ort zur Verfügung stehe, wäre zumindest Zeit gewonnen. Eine langfristige Absicherung sei nur durch gesetzliche Änderungen möglich, so Wiedner.

Auch der Gemeindebund steht dem neuen Postkonzept kritisch gegenüber und fordert die Miteinbeziehung von sozialen Faktoren bei der Entscheidung über eine Ämterschließung. So dürfe nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Filiale berücksichtigt werden, sondern auch wie viele alte Menschen in einem Ort wohnen und wie gut die Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln für sie ist. Die jetzige Schließungsliste sei jedenfalls "ein Hammer", sagte Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer.

(apa/red)

3.3.2009 12:55