Streikdrohungen & Rücktrittsforderungen: Welle der Entrüstung nach Ämterschließung
- Abgang von Post-Filialchef Herbert Götz gefordert
- 293 Filialen sollen österreichweit zugesperrt werden
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·Österreicher sehen Schließungen gelassen
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·Diese 293 Postämter werden geschlossen
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·Streikdrohungen und Rücktrittsforderungen
Welle der Entrüstung
nach Postämterschließung
·Faymann und Bures fordern Überprüfung
"Wollen flächendeckende Versorgung sicherstellen"
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GRAFIK: Neue Einteilung nach den Bundesländern
Die Pläne der Österreichischen Post zur Schließung von 293 Postämtern stoßen auf breiten Widerstand. Von der Postgewerkschaft kamen Streikdrohungen und die Rücktrittsaufforderung an Post-Filialchef Herbert Götz. Heftige Kritik kam von der Opposition sowie den ÖVP-Landeshauptleuten und auch von der SPÖ. Die Bundes-ÖVP betonte, die Post dürfe nicht zur AUA werden. "Niemand soll den Wettbewerb verteufeln", so ÖVP-Verkehrssprecher Ferdinand Maier.
Die Post sperrt 293 Ämter österreichweit zu, um gleichzeitig 450 Post-Partnerschaften zu gründen. Die Partner sollen das komplette Angebot einer Postfiliale haben, inkl. Geldgeschäfte. Im heurigen Sommer soll die Umstellung über die Bühne gehen, 3.000 potenzielle Partner (Greißler, Trafiken, Apotheken ...) hat die börsenotierte Post ausgemacht. Die von den Schließungen betroffenen 360 Postler werden in nahegelegenen Ämtern untergebracht, versicherte Filialvorstand Herbert Götz.
Widerstand der Länder
Aus Oberösterreich, wo mit 65 Filialen die meisten Ämter geschlossen werden, hieß es von Landeshauptmann Josef Pühringer, dass vor Filialschließungen die entsprechenden Partner gefunden werden müssen. SPÖ-Landesparteichef Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider urgierte eine "breite gemeinsame Front gegen diese drohende neue Zusperrwelle".
Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, der 64 Postämter verliert, betonte, dass dafür 110 Post-Partner kommen würden. Damit habe man sich mit den eigenen Forderungen durchgesetzt. In Tirol, das mit 45 Schließungen am drittstärksten betroffen ist, ist Landeshauptmann Günther Platter "fuchsteufelswild".
Aus der Steiermark, wo 33 Ämter im Sommer den Rollbalken runter lassen, kam es zu einem Schulterschluss von ÖVP und den christdemokratischen Gewerkschaftern. ÖVP-Landeschef LHStv. Hermann Schützenhöfer forderte Bundeskanzler Werner Faymann und Infrastrukturministerin Doris Bures "dringend" auf, die Zusperrpläne zu verhindern. Die Christgewerkschafter gaben die Parole "Jetzt erst recht" aus und verwiesen auf 7.000 steirische Unterzeichner des Volksbegehrens "Stopp dem Postraub".
In Kärnten, von 30 Schließungen betroffen, forderte Landeshauptmann Gerhard Dörfler von Bures einen Stopp der Postamtsschließungen. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, der 21 Postfilialen geschlossen werden, zweifelte am Konzept der Postpartner. Die Post müsse glaubwürdig nachweisen, wie sie dieses Konzept erfolgreicher umsetzen will als bisher. In Wien sind keine Schließungen vorgesehen.
(apa/red)

