Mittwoch, 4. März 2009

Streikdrohungen & Rücktrittsforderungen: Welle der Entrüstung nach Ämterschließung

  • Abgang von Post-Filialchef Herbert Götz gefordert
  • 293 Filialen sollen österreichweit zugesperrt werden
    PLUS: Was sagen Sie zu den Sparplänen der Post?

Die Pläne der Österreichischen Post zur Schließung von 293 Postämtern stoßen auf breiten Widerstand. Von der Postgewerkschaft kamen Streikdrohungen und die Rücktrittsaufforderung an Post-Filialchef Herbert Götz. Heftige Kritik kam von der Opposition sowie den ÖVP-Landeshauptleuten und auch von der SPÖ. Die Bundes-ÖVP betonte, die Post dürfe nicht zur AUA werden. "Niemand soll den Wettbewerb verteufeln", so ÖVP-Verkehrssprecher Ferdinand Maier.

Die Post sperrt 293 Ämter österreichweit zu, um gleichzeitig 450 Post-Partnerschaften zu gründen. Die Partner sollen das komplette Angebot einer Postfiliale haben, inkl. Geldgeschäfte. Im heurigen Sommer soll die Umstellung über die Bühne gehen, 3.000 potenzielle Partner (Greißler, Trafiken, Apotheken ...) hat die börsenotierte Post ausgemacht. Die von den Schließungen betroffenen 360 Postler werden in nahegelegenen Ämtern untergebracht, versicherte Filialvorstand Herbert Götz.

Widerstand der Länder
Aus Oberösterreich, wo mit 65 Filialen die meisten Ämter geschlossen werden, hieß es von Landeshauptmann Josef Pühringer, dass vor Filialschließungen die entsprechenden Partner gefunden werden müssen. SPÖ-Landesparteichef Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider urgierte eine "breite gemeinsame Front gegen diese drohende neue Zusperrwelle".

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, der 64 Postämter verliert, betonte, dass dafür 110 Post-Partner kommen würden. Damit habe man sich mit den eigenen Forderungen durchgesetzt. In Tirol, das mit 45 Schließungen am drittstärksten betroffen ist, ist Landeshauptmann Günther Platter "fuchsteufelswild".

Aus der Steiermark, wo 33 Ämter im Sommer den Rollbalken runter lassen, kam es zu einem Schulterschluss von ÖVP und den christdemokratischen Gewerkschaftern. ÖVP-Landeschef LHStv. Hermann Schützenhöfer forderte Bundeskanzler Werner Faymann und Infrastrukturministerin Doris Bures "dringend" auf, die Zusperrpläne zu verhindern. Die Christgewerkschafter gaben die Parole "Jetzt erst recht" aus und verwiesen auf 7.000 steirische Unterzeichner des Volksbegehrens "Stopp dem Postraub".

In Kärnten, von 30 Schließungen betroffen, forderte Landeshauptmann Gerhard Dörfler von Bures einen Stopp der Postamtsschließungen. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, der 21 Postfilialen geschlossen werden, zweifelte am Konzept der Postpartner. Die Post müsse glaubwürdig nachweisen, wie sie dieses Konzept erfolgreicher umsetzen will als bisher. In Wien sind keine Schließungen vorgesehen.
(apa/red)

4.3.2009 07:13
Gscheitel, 03. 03. '09 16:23
Postpartner ????????
Bei uns hat es den Postpartner genau 8 Monate gegeben, mit der Begründung es ist kein Geschäft aus und zu. Post war natürlich aus dem Schneider, seit dem haben wir nichts mehr. Soviel zu den Postpartnern
hanfthaler, 03. 03. '09 12:47
no comment
das ist übertrieben. österreich hat milliarden euro schulden bzw die banken an den osten 230 milliarden verschenkt und österreich ist bankrott. da kommt es auf die paar postfilialen auch nicht an. weil das ist ja nahversorgung.
klugscheisser8, 03. 03. '09 09:33
...es wird scho glei nacht
Ich mach mich jetzt sicher unbeliebt, aber kann die ganze farce nicht endlich beendet werden? im internationalen wettkampf kann so eine aufgeblähte post nicht überleben, also hilft halt nur eine schlankheitskur!
Berndorferbaer, 03. 03. '09 09:47
Re: ...es wird scho glei nacht
diejenigen die es nicht betrifft, haben leichtes reden. denkt ihr nicht nach darüber, wieviel postbedienstete auf der straße stehen, oder irgendwohin pendeln müßen? es sind nicht alles junge leute! aber als es noch genügend postämter gegeben hat, habt ihr doch auch die briefe zur post getragen? eure packerl aufgegeben? oder habt ihr sie persönlich zum empfänger gebracht? oben abspecken und den kundendienst verstärken, das ist meine meinung.
echtstark, 04. 03. '09 08:53
Re: ...es wird scho glei nacht
der fortschritt die post ins eck gestellt. briefe, urlaubsgrüße werden per mail oder sms verschickt.packerln gibts kaum noch.es ist eine frechheit die postämter zu schließen. die nahversorgung gerade für ältere ist nicht mehr gegeben und erwünscht.auch in wien hat man postkastln abmontiert und die älteren menschen, werden einfach ignoriert.die privatisierung trifft heute die postler, morgen die , übermorgen eine andere berufsgruppe - usw. anstatt zusammenzuhalten blickt man neidvoll auf die, die ein bisserl mehr haben, viele die am großen kuchen gewaltig naschen rührt mannicht an.ich will, dass gerade in den kleingemeinden die nahversorgung aufrecht erhalten werden muss und zwar durch jeweilige betreiber und nicht irgendwelche partner. warum zum schmiedl gehen wenn es den schmied gibt