Dienstag, 10. März 2009

Behauptet sich Raich im finalen Showdown?
Herren-Quintett kämpft um den Gesamtsieg

  • ÖSV-Allrounder war großer Gewinner von Kvitfjell
  • Totaler rot-weiß-roter Triumph in Speed-Bewerben?

Wenn drei Speedrennen angesetzt sind, ein eher auf Technik-Events spezialisierter Läufer dabei insgesamt nur zwei Punkte macht und trotzdem die Führung im Gesamtweltcup übernimmt, dann darf man ihn den Gewinner der Woche nennen. Der alpine Ski-Weltcup der Herren geht mit Hochspannung ins Finale, Benjamin Raich führt nach den zwei Abfahrten und der Super-G-Absage von Kvitfjell ex aequo mit dem Kroaten Ivica Kostelic, acht Zähler Rückstand auf das Spitzenduo hat der Norweger Aksel Lund Svindal, 60 der Franzose Jean-Baptiste Grange und 74 der Schweizer Didier Cuche.

War Raich der Glückliche in Norwegen, so zählte Cuche nach den Abfahrtsrängen 15 und 13 und dem Rennausfall wegen Neuschnees am Sonntag eindeutig zu den Verlierern. Der Schweizer liegt gegenüber Raich und Svindal nun im Hintertreffen. In Aare stehen noch eine Abfahrt, ein Super-G, ein Riesentorlauf und ein Slalom auf dem Programm. Raich kann wie Cuche in drei Disziplinen punkten, Svindal in allen vier. Doch auch Kostelic und Grange, der auf den Kvitfjell-Trip verzichtete, nun plötzlich wieder voll mit dabei ist und deshalb möglicherweise auch die Abfahrt in Aare bestreiten wird, haben noch Chancen. Beim Finale werden nur jeweils die Top 15 in jedem Rennen mit Weltcuppunkten belohnt.

Auf jeden Punkt kommt es an
Nun ist in Kvitfjell also keine Vorentscheidung über den Nachfolger des US-Amerikaners Bode Miller (vorzeitiges Saisonende) gefallen, sondern das Feld noch enger zusammengerückt. Zwei Punkte, die Raich auf sein Konto verbuchte, sind nicht viel, zwei Punkte könnten aber entscheidend sein, so eng wie es in diesem Winter hergeht. Das sieht auch Raich so, der auf den Riesentorlauf am 12. Dezember 2004 in Val d'Isere verwies. Damals war er nach einem Sturz zurückgestiegen, schlussendlich 28. geworden und hatte noch drei Zähler gemacht. "Diese drei Punkte haben am Ende den Disziplinweltcup entschieden", erinnert sich der Pitztaler, der um drei Punkte vor Miller geblieben war und die kleine Kristallkugel gewann.

Totaler Triumph in Speed-Disziplinen?
Nach dem Doppelsieg in der Abfahrt am Samstag mit Klaus Kröll vor Michael Walchhofer steht fest, dass die Disziplinwertung an Österreich gehen wird, aber auch im Super-G stehen die Chancen unverändert gut. Aus der Pole-Position startet Hermann Maier mit 231 Punkten, Svindal hat 212 auf dem Konto und der Schweizer Didier Defago 210. Es folgen Werner Heel (ITA/156), Klaus Kröll (AUT/142), John Kucera (CAN/138) und Cuche (136). Für Maier wäre es die 15. Kristallkugel.


(apa/red)

10.3.2009 16:21