Freitag, 6. März 2009

Vorverfahren in der Doping-Causa Turin 06:
Austro-Langläufer & Schröcksnadel im Visier

  • Italien: Entscheidung über Weiterführung am 31. März
  • Vorwurf: Doping war eine gut organisierte Strategie

Vor einem Gericht in der norditalienischen Stadt Susa hat das gerichtliche Vorverfahren gegen neun österreichische Langläufer und Biathleten bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin, sowie gegen den Präsident des Österreichischen Skiverbands (ÖSV), Peter Schröcksnadel, wegen Dopings begonnen.

Wie italienische Medien berichteten, forderte einer der Rechtsanwälte der Angeklagten, Gian Paolo Zancan, bei dem Termin im gerichtlichen Vorverfahren eine Suspendierung des Verfahrens, weil aufgrund einer Justizreform der italienischen Regierung als nicht prioritär geltende Prozesse 18 Monate lang eingefroren werden können, um das Justizsystem zu entlasten.

Die Staatsanwaltschaft erwiderte, dass ein Prozess wegen Dopings nicht zu den Verfahren zähle, die laut der Reform suspendiert werden können. Der Richter wird am 31. März entscheiden, ob das Verfahren gegen die Österreicher weitergeführt werden soll oder nicht.

Auch ÖSV-Trainer verdächtigt
Neben Schröcksnadel gehören der Ex-ÖSV-Trainer Walter Mayer, der ehemalige ÖSV-Langlauf-Cheftrainer Emil Hoch, der ehemalige ÖSV-Sportdirektor für Langlauf und Biathlon, Markus Gandler, und der Sportmediziner Peter Baumgartl zu den Beschuldigten. Von Athletenseite sind die Ex-Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann sowie die Langläufer Martin Tauber, Johannes Eder und Jürgen Pinter betroffen.

Den neun Österreichern und dem aus Liechtenstein stammenden Hoch werden Verletzung des italienischen Anti-Doping-Gesetzes vorgeworfen. Laut dem Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello, der die Ermittlungen geführt hat, sei Doping unter den österreichischen Athleten kein isolierter Fall, sondern eine gut organisierte Strategie gewesen.

(apa/red)

6.3.2009 11:51