Samstag, 7. März 2009

Abrüstungsvertrag von USA und Russland:
START-Nachfolgeabkommen bis Jahresende

  • Lawrow lobt 1. Begegnung mit US-Außenministerin
  • Clinton: "Wir haben uns auf Arbeitsplan geeinigt"

Russland und die USA wollen bis Ende des Jahres ein Nachfolgeabkommen für den Vertrag zur Verringerung der Strategischen Nuklearwaffen (START) erreichen. Das kündigten US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr russischer Kollege Sergej Lawrow nach ihrem ersten gemeinsamen Treffen im schweizerischen Genf an. "Wir haben uns auf einen Arbeitsplan geeinigt", sagte Clinton. Zudem seien bereits "gute Vorarbeiten" geleistet worden.

Lawrow sagte, dass beide Regierungen sowohl beim Streit um das geplante US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa als auch bei der Frage strategischer Offensivwaffen zu einer "gemeinsamen Sichtweise" kommen könnten. Der 1991 unterzeichnete START-Vertrag, der eine Reduzierung strategischer Atomwaffen vorschreibt, läuft Ende 2009 aus.

Lawrow lobte das erste Zusammentreffen mit Clinton. "Wir haben uns nicht bei allen Problemen geeinigt. Aber wir haben uns zugesichert, alle Fragen partnerschaftlich zu klären", sagte Lawrow auf der Pressekonferenz mit Clinton in Genf.

Neubeginn der Beziehungen
Clinton sprach von einem Neubeginn der Beziehungen zwischen den USA und Russland. Das Treffen bezeichnete sie als "sehr produktiv". Sie freue sich auf die weitere Zusammenarbeit mit Russland. Die beiden Länder wollten unter anderem in den Bereichen Abrüstung und der Nichtweiterverbreitung von Nuklearwaffen kooperieren. Bei anderen Themen, wie etwa dem Georgien- Konflikt, sei man verschiedener Meinung gewesen, sagte Clinton weiter. Sie erhoffe sich von weiteren Treffen in den kommenden Monaten aber Fortschritte und eine Annäherung der Standpunkte.

Clinton hatte zuvor den US-Vorschlag erneuert, Russland an der Raketenabwehr in Europa zu beteiligen. Das beziehe sich auf Forschung und Entwicklung sowie möglicherweise auch auf die Aufstellung, sagte Clinton in Brüssel nach einem Treffen mit EU-Spitzenvertretern. Moskau bezeichnet die US-Pläne weiterhin als Bedrohung seiner Sicherheitsinteressen.

Clinton kündigte eine direkte Zusammenkunft von US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Dmitri Medwedew bei dem G-20-Wirtschaftsgipfel in London im April an.

(apa/red)

7.3.2009 07:07