Schreckensfund in slowenischem Bergwerk:
Hunderte mumifizierte Leichen aufgestapelt
- Tötung durch kommunistisches Regime nach 1945
- General-Staatsanwältin macht sich Bild am Tatort

Zwei Tage nach dem Fund des Massengrabs mit mehreren Tausend Toten in einem slowenischen Bergwerk werden immer mehr Details der grauenhaften Tat bekannt. Wie Gerichtsmediziner Joze Balazic in Ljubljana (Laibach) mitteilte, erlitten die teilweise mumifizierten Opfer einen qualvollen Tod. Dafür gebe es mehrere Indizien, etwa eine Hand, die sich fest an einen Schuh klammere.
"Ich arbeite schon lange in der Gerichtsmedizin, aber etwas Hässlicheres und Schlimmeres habe ich noch nie gesehen", sagte Balazic laut slowenischen Medienberichten. Schussverletzungen seien keine festgestellt worden, dafür aber Spuren von Verletzungen mit stumpfen Gegenständen, berichtete Balazic. Die Ermittler schließen nicht aus, dass die Opfer lebend im Bergwerk eingemauert wurden.
Die Leichen seien mit Kalk bestreut worden, um sie unkenntlich zu machen, berichtete Balazic weiter. Das Kalk trage zwar zur Konservierung der Leichen bei, zerstöre aber zugleich auch die DNA. In der Kalkschicht seien Risse entstanden, "weil sich etwas bewegt hat" - entweder durch das Zusammenfallen der Leichen oder weil einige Opfer noch gelebt hätten. Angaben zur Herkunft der Opfer können die Ermittler bisher nicht machen. Dezman sagte, dass es sich um eine gemischte Gruppe aus slowenischen Domobranzen (mit Hitler-Deutschland verbündete "Heimatschützer"), faschistischen Kroaten und Wehrmachtsangehörigen handeln dürfte.
600 Massengräber
In Slowenien werden insgesamt 600 Massengräber vermutet, in denen die siegreichen Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg ihre im Schnellverfahren getöteten Gegner verscharrt haben. Bis zu 300.000 Menschen dürften damals umgebracht worden sein.
(apa/red)
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