Mittwoch, 4. März 2009

Weltsicherheitsrat braucht neues Gesicht: Neuer Anlauf zur Reform des UNO-Gremiums

  • Keine Strukurveränderungen seit sechs Jahrzehnten
  • Spiegelt völlig veraltete Machtverhältnisse wieder

Nach mehreren gescheiterten Versuchen haben die Vereinten Nationen in New York die Reform des Weltsicherheitsrates erneut ins Visier genommen. Die 192 Mitgliedsländer nehmen erstmals gemeinsame Verhandlungen über die künftige Größe und Zusammensetzung sowie die Befugnisse des wichtigsten UN-Gremiums auf. Bisher hatte lediglich eine Arbeitsgruppe nach Lösungen gesucht.

Der Sicherheitsrat spiegelt auch sechs Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg noch immer die Machtverhältnisse jener Zeit. Die damaligen Siegermächte bestimmen als ständige Ratsmitglieder mit Vetorecht über Fragen zum Frieden und zur Sicherheit in aller Welt. Alle anderen Länder wechseln sich im zwei-Jahres-Turnus auf den weiteren zehn Sitzen des 15-Länder-Gremiums ab. Österreich gehört derzeit für die Sitzungsperiode 2009/10 dem Sicherheitsrat an. Beobachter rechnen damit, dass noch Monate oder sogar Jahre vergehen werden, bis die Weltgemeinschaft mehrheitlich akzeptierte Reformkompromisse ausgearbeitet hat.

(apa/red)

4.3.2009 09:12