Montag, 2. März 2009

Heer verübt in Guinea-Bissau einen Putsch:
Nach Armeechef wird der Präsident getötet

  • Streitkräfte ermordeten afrikanischen Staatsführer
  • Armee hatte schon im November Angriff versucht

Der Präsident des westafrikanischen Staates Guinea-Bissau, Joao Bernardo Vieira, ist nach Militärangaben von den Streitkräften getötet worden. Das teilte ein Armeesprecher mit. Am Sonntagabend war bei einem Bombenanschlag auf das Hauptquartier der Streitkräfte von Guinea-Bissau Generalstabschef Tagme Na Waie getötet worden.

Zwischen der Armee und Präsident Vieira schwelte seit Monaten ein Konflikt. Ende November griffen mehrere Soldaten den Präsidentschaftspalast in Bissau an und töteten zwei von Vieiras Leibwächtern

Präsident Vieira sei einer der Hauptverantwortlichen für den Tod von Generalstabchef Na Waie gewesen, teilte Armeesprecher Induta weiter mit. Vieira sei in dem Moment getötet worden, als er aus seinem Wohnsitz habe flüchten wollen.

Die Residenz sei von einer Gruppe Militärangehöriger angegriffen worden, die dem am Sonntagabend getöteten Generalstabschef nahegestanden seien. Die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa berichtete von einem Angriff auf die Residenz mit Raketen und Schusswaffen. Rund um den Präsidentenpalast in der Hauptstadt waren über einen Zeitraum von mehreren Stunden hinweg Schüsse zu hören.

Bombenanschlag auf Armee-Hauptquartier
Na Waie starb bei einem Bombenanschlag auf das Hauptquartier der Streitkräfte. Bei der heftigen Explosion in der Hauptstadt Bissau wurden der Armee zufolge fünf weitere Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Durch die Wucht der Explosion stürzte nach Angaben aus Armeekreisen ein großer Teil des Hauptgebäudes der Armeezentrale ein. Unmittelbar nach dem Anschlag im Armee-Hauptquartier fuhr eine Gruppe von Offizieren zu den örtlichen Radiosendern. Sie hätten alle zur sofortigen Unterbrechung ihres Programms aufgefordert, sagten Journalisten.

In Guinea-Bissau kommt es seit Jahren zu Gefechten zwischen verfeindeten Gruppen. Banden nutzen die wenig bewachte Küste und entlegene Landebahnen des armen Landes, um Drogen aus Südamerika über Afrika nach Europa zu schmuggeln.
(apa/red)

2.3.2009 13:55