Mittwoch, 4. März 2009

"Jede Krise macht uns stark": Elina Garanca
über Pläne in Wien und Heimkehr nach Riga

  • NEWS traf den attraktiven Opern-Star in London
  • Garanca und Netrebko derzeit in "Romeo & Julia"

Seltsamerweise käme es niemandem in den Sinn, sich um Elina Garanca zu sorgen. Dass sie sich mit krisenhaften Folgen im Niemandsland zwischen Kunst und Leben verlieren könnte wie Rolando Villazón? Dafür ist sie zu kontrolliert und diszipliniert. Dass sie in den Schwachsinnssog der Käseblätter geraten und nicht einmal unbelästigt niederkommen könnte wie Anna Netrebko? Dafür hat sie ihre Biografie und deren Verwerter zu fest in der Hand.

Die Mezzosopranistin Elina Garanca ist das besondere Exemplar eines Superstars: In ihrem Fach ist sie heute nicht mehr zu schlagen. Jeder Auftritt der noch so namhaften Konkurrenz (zuletzt Vesselina Kasarovas Wiener „Carmen“-Debüt) führt den Beweis mehr oder weniger schmerzhaft. An Schönheit kann sie sich mit jeder als Sexbombe ausgetrommelten Kollegin vergleichen. Ihre Interpretationen sind perfekt, elegant, raffiniert und doch voll Intensität.

Neben Netrebko, Villazón und dem Pianisten Lang Lang gilt die Garanca als vierte Top-Aktie im Klassik-Segment des Unterhaltungskonzerns Universal. Der hat soeben Jeffrey Vanderveen, den härtesten und effizientesten Klassik-Agenten der Welt, abgeworben, um das zur Ton- und Bildträgerfirma Deutsche Grammophon passende Veranstaltungsdepartement zu begründen. Das Wirken dieser vielleicht letzten Branchenweltmacht zeigt sich eindrucksvoll in diesen Tagen: An der Londoner Covent Garden Opera wurde eine 25 Jahre alte Inszenierung von Bellinis „Romeo und Julia“-Oper „I Capuleti e i Montecchi“ wiederaufgenommen: Mit Anna Netrebko als Julia und Elina Garanca als Romeo.

London, am Tag vor der Generalprobe. Elina Garanca steht NEWS in alter Verbundenheit zur Verfügung. „Eine schöne Zeitreise zurück“ nennt sie die Aufführung, deren Premiere anno 1984 Edita Gruberova und Agnes Baltsa sangen. „Ganz klassisch, mehr oder weniger Originalkostüme“, fügt die gegen Regie-Eskapaden bekennend Skeptische hinzu.

Dass es der Netrebko nach der Geburt stimmlich gut geht, konnten wir schon anlässlich ihrer Bühnenrückkehr (im Jänner als Lucia di Lammermoor in St. Petersburg) bezeugen. Ein halbes Jahr lang war zuvor von der Günstigpublizistik gestreut worden, die Niederkunft könne mit Stimmverlust enden. „Das ist tatsächlich etwas Dummes“, sagt die Garanca. „Sie ist bestens drauf. Die Stimme ist im besten Sinn breiter geworden, fülliger, dunkler, noch reicher.“ Hat das Beispiel den Wunsch nach einem eigenen Kind befördert? „Es war für mich immer schon klar, dass ich eine Familie gründen werde. Schon mit neunzehn, als ich mit dem Gesangsstudium begonnen habe. Die Entscheidung zwischen Kind und Karriere war für mich nie ein Thema. Aber der richtige Zeitpunkt ist noch nicht gekommen.“

(Heinz Sichrovsky)

Alles weitere zu Elina Garancas künftigen Auftritten in der Wiener Staatsoper, ihrer Übersiedlung nach Riga und der Krise in ihrem Heimatland lesen Sie im aktuellen NEWS 10/09!

4.3.2009 15:06

Kino

Men in Black 3

Komödie, Science Fiction - USA, 2012

Regie: Barry Sonnenfeld

Mit: Will Smith, Josh Brolin, Tommy Lee Jones, Alice Eve, Emma Thompson

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