'Kann mich nicht ständig selbst übertreffen':
BZÖ-Politiker wird vom Erfolgsdruck geplagt
- NEWS im Talk mit dem Wahlkampfmanager des BZÖ
- Warum Petzner bald einen Karrieresprung erwartet

·Abfuhr des BZÖ
für FPÖ-Kuschelkurs
Scheibner: Zusammen- arbeit nur in Sachfragen
·Kärnten hat gewählt: Markanter Rechtsruck
Niemand hat mit einem solchen Sieg gerechnet
·Bilder: Kärntner BZÖ feiert klaren Wahlsieg
Dörfler feiert mit Claudia Haider in Klagenfurt
·Eine Motorsäge als Handy-Klingelton
Porträt des Haider Nach- folgers Gerhard Dörfler
Es nagt immer noch an dem mageren jungen Mann: Die vergangenen Wochen waren weiß Gott nicht einfach für mich. So viele haben mich verspottet, verhöhnt und lächerlich gemacht. Aber jetzt habe ich bewiesen, dass ich etwas kann, sagt BZÖ-Wahlkampfleiter Stefan Petzner. Es klingt fast ein wenig trotzig.
Aber es stimmt: Auch dank seiner Hingabe durften die Orangen am Sonntag in Kärnten einen unerwarteten fulminanten Wahlsieg feiern (sie erreichten mehr als 45 Prozent). Petzner ist der stille Star.
Deshalb wartet er jetzt auch darauf, dass ihm die Partei eine führende Position anbietet. Bei allem Respekt: Nur Nationalratsabgeordneter zu sein, ist mir zu wenig Herausforderung, beschreibt er es selbst vorsichtig. Seit 2005 arbeite er fix für die Partei, habe in der Zeit nur drei Tage Urlaub genommen für eine Reise in seine Lieblingsstadt Stockholm, eine Grippe im soeben erfolgreich abgeschlossenen Wahlkampf übergangen. An seinem Engagement bestehen in der Tat keine Zweifel.
Neue Aufgaben
Zusätzlich hat der gebürtige Steirer schon in den vergangenen Wochen seine nächste Aufgabe in Angriff genommen. Er würde gern den EU-Wahlkampf leiten. Die Kampagne dafür hat er fast fertig, die Slogans sind entworfen, die Aufdrucke auf den Werbegeschenken designt. Ich schließe nicht aus, dass wir auch bei der EU-Wahl wie in Kärnten Bezug auf Jörg Haider nehmen, deutet Petzner an. Als Ziel hat sich die Partei den erstmaligen Einzug ins EU-Parlament vorgenommen. Das wäre bereits ein Sieg.
"Mir geht es wie Falco"
Die Erleichterung nach der Anspannung des Wahlsonntags ist dem früheren Haider-Vertrauten ins Gesicht geschrieben. Und er bemüht sich, dankbare Botschaften auszusenden: an die vielen freiwilligen Wahlhelfer wie es Pflicht ist für Politiker und an die Orangen in den Führungspositionen. Denn: Die haben zu mir gehalten, mich nicht verurteilt. Mein Einsatz war die Anerkennung dafür.
Nur eine Sorge plagt den Workaholic noch: Es wird immer schwieriger für mich. Falco war nach seinem ersten Nummer-eins-Hit verzweifelt, weil er nicht wusste, wie er den Erfolg toppen könnte. So geht es mir jetzt auch. Ich kann mich nicht ständig selbst übertreffen.
Aber auch Haider musste bekanntlich Niederlagen verkraften. Das wird Petzner von ihm sicher gelernt haben.
Lesen Sie im aktuellen NEWS über Petzners Erfolg und warum die SPÖ sich die Kärnten-Wahl selbst vermasselt hat!
