Dienstag, 3. März 2009

Rote Katerstimmung nach Landtagswahlen: SPÖ seit Wahlen 2005 auf stetiger Talfahrt

  • Letzter prozentueller Zugewinn bei Wiener Wahl 2005
  • SPÖ-Politiker Flecker ortet "Profilverlust" der Partei

Nach den heftigen Verlusten der SPÖ bei den Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg mit knapp zehn bzw. sechs Prozentpunkten Minus regen sich innerhalb der Partei die ersten besorgten Simmen. Steiermarks Landeshauptmann Franz Voves meinte nach den Wahlgängen, es gelte "wachsam" zu sein, sein Stellvertreter Kurt Flecker ortete einen "Profilverlust" der SPÖ. Die Sozialdemokratie blickt auf eine Reihe von Niederlagen zurück, der letzte Zugewinn liegt bereits mehr als drei Jahre zurück.

Bei der Wiener Landtagswahl am 23. Oktober 2005 konnte die SPÖ - damals auf Bundesebene noch in Opposition - zum bisher letzten Mal ein prozentuelles Plus (2,12 Prozentpunkte) erreichen. In den Jahren davor - unter der schwarz-blauen Bundesregierung von 2000 an - hatte die SPÖ unter Parteichef Alfred Gusenbauer eine Reihe von Wahlerfolgen auf allen Ebenen erlebt. In Salzburg und der Steiermark gelang der SPÖ sogar in zwei traditionell schwarzen Ländern der Machtwechsel, so dass sie erstmals ebenso viele Landeshauptleute stellte wie die ÖVP.

Ende der Siegesserie
Die Siegesserie fand ein jähes Ende, also die SPÖ Anfang 2007 wieder in die Bundesregierung zurückkehrte und Gusenbauer Kanzler wurde. Bei beiden Landtagswahlen im Jahr darauf verlor sie massiv - in NÖ verabschiedete sich ein Sechstel der früheren roten Wähler, in Tirol sogar fast ein Drittel. In NÖ fiel die SPÖ erstmals unter die 30-Prozent-Marke, in Tirol erlitt sie ihr erstes zweistelliges Minus im Stimmenanteil (-10,39 Prozentpunkte) und ein Ergebnis deutlich unter 20 Prozent .

Damit ist der Verlust bei der Kärntner Landtagswahl (-9,84 Prozentpunkte nach dem vorläufigen Endergebnis) immerhin nicht das größte Minus der SPÖ seit 1945. Auch der Wählerschwund war in Kärnten etwas geringer, mit fast einem Viertel aber immer noch heftig. In Salzburg - wo die SPÖ Gabi Burgstallers immerhin den ersten Platz verteidigen konnte - verabschiedeten sich "nur" rund zwölf Prozent der Wähler des Jahres 2004.

Auch die Nationalratswahl im Herbst 2008 - wo Alfred Gusenbauer bereits gegen Werner Faymann ausgetauscht war - hatte der SPÖ saftige Einbußen von 6,08 Prozentpunkten gebracht; der Sieg ging sich dennoch - dank des schlechten Abschneidens der Volkspartei - aus.

(apa/red)

3.3.2009 13:20