Austrittswelle bei ÖVP-Frauen: Tiroler Vertreterinnen kehren Organisation Rücken
- "Es reicht": Sie fühlen sich nicht ernst genommen
- Vorwurf: ÖVP ignoriert die Anliegen der Frauen
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Gleich drei führende Frauen der ÖVP-Frauenbewegung haben der Parteiorganisation den Rücken gekehrt. Neben der Tiroler Landesleiterin Gretl Patscheider warfen auch die Bezirksleiterinnen von Kufstein und Kitzbühel das Handtuch. "Es reicht", sagte Patscheider nach dem Vorbild des Ex-Vizekanzlers Molterer. Die Frauen würden in der Partei nicht ernst genommen.
Die Anliegen der Frauen und ihre Beschlüsse werden von der Partei ignoriert, begründete Patscheider ihren Entschluss. Sie wisse, dass sie von Anfang an "keine bequeme" und auch eine "keine erwünschte" Landesleiterin gewesen sei. Sie beklagte den mangelnden Rückhalt, den sie von der Parteispitze erhalten habe.
"Weder bei der Auswahl der Landesrätinnen noch bei den Obmann-Stellvertreterinnen wurden wir ausreichend gehört. Mein Ziel, die ÖVP-Frauen wieder als gleichberechtigten Bund zu etablieren, ist offenbar unerreichbar," sagte sie. Die Parteispitze sei offenbar der Ansicht, dass sie keine starken Frauen brauche. Immerhin seien die ehemalige ÖVP-Landesrätin Anna Hosp und LHStv. Elisabeth Zanon nach der Wahl auch nicht mehr als Regierungsmitglieder erwünscht gewesen.
Sie werde sich in Zukunft weiter für die Frauen engagieren, allerdings "überparteilich". Aus der ÖVP austreten wolle sie aber nicht, sagte Patscheider. Wer ihre Nachfolge antreten wird, war vorerst nicht bekannt. Patscheider, vierfache Mutter und Unternehmerin, hatte sich im Juli vergangenen Jahres dazu berei terklärt, das Amt von Zanon nach deren Rücktritt zu übernehmen.
(apa/red)
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