Pfarrer Friedl fordert "Zölibat auf Zeit": Ungenacher Geistlicher steht zu Freundin
- "Ich glaube nicht, dass man mich noch kündigt"
- "Probezölibat" soll akuten Priestermangel beheben
·Soll das Zölibat abgeschafft werden?
Stimmen Sie mit bei der großen NEWS.at-Umfrage
·profil: Österreicher verärgert über Zölibat
Viele Österreicher gegen Ehelosigkeit der Priester
·"Zölibat angemessen,
aber nicht notwendig"
OÖ: Pfarre sorgt sich um geistlichen Nachwuchs
Pfarrer Josef Friedl sorgt wieder einmal für Aufsehen: Das Gemeindeoberhaupt von Ungenach - er wurde durch den Fall Zogaj bekannt - fordert nun ein "Zölibat auf Zeit". Außerdem bekannte sich der 65-jährige Geistliche öffentlich zu seiner Lebensgefährtin.
Schon seit Jahren lebe er offen im Ort mit seiner Freundin zusammen, was auch von der Pfarrbevölkerung akzeptiert werde. "Das Gewissen ist die letzte Instanz, man muss Gott mehr gehorchen als dem Menschen", so Friedl. Eine Haltung, die auf dem Konzil und der Bibel fuße. Froh war der Pfarrer um seine Partnerin besonders in Hinsicht auf seinen "Schützling" Arigona Zogaj. "Sie hat sie anfangs im Pfarrhof versorgt, weil ich es auch problematisch fand, wenn ich mich als Mann um das Mädchen gekümmert hätte." Angst vor Konsequenzen aus Rom aufgrund seines öffentlichen Geständnisses zu seiner Lebensgemeinschaft hat Friedl keine: "In einem Jahr kann ich in Pension gehen, ich glaube nicht, dass man mich noch kündigt", so Friedl.
Mit einer Art "Probezölibat" kann die Kirche nach Friedls Ansicht dem Priestermangel wirksam begegnen. "Auch im Kloster legt man schließlich erst die zeitlichen Gelübde vor der ewigen Profess ab." Sollte der Priesteranwärter dann sehen, dass das keusche Leben für ihn nichts sei, könne er jederzeit den Priesterberuf innerhalb einer gewissen Zeit wieder niederlegen, so die Vorstellungen des Ungenacher Pfarrers. Oder sich für das Zusammenleben mit einer Frau entscheiden - denn eine Koexistenz von zölibatären und verheirateten Priestern kann sich Friedl gut vorstellen. "Es wäre menschlicher und die Kirche würde glaubhafter", lautet seine Begründung.
(apa/red)
Paketfunde in Kanada10:02
Pornostar als Killer?29-jähriger Luka Magnotta soll Bekanntschaft ermordet, zerstückelt und verschickt haben
Familiendrama in St. Pölten11:38
Gedenkfeier in SchuleLehrer und Schüler nehmen Abschied von getötetem Buben - Kinder psychologisch betreut
