Freitag, 6. März 2009

Mehr oder weniger Geld für unsere Schulen?
Schilcher dafür - Staatssekretäre dagegen

  • Schulreformleiter fordert 400 Mio. Euro vom Budget
  • Aber: Lopatka & Schieder wollen Geldhahn zudrehen
    PLUS: Ihre Meinung zum Lehrer-Streit ist gefragt!

Diesmal sind sich ÖVP und SPÖ einig: Für die Schulen sollen keine zusätzlichen Gelder locker gemacht werden, so die Finanzstaatssekretäre Lopatka und Schieder. Der Leiter der Schulreform-Kommission Bernd Schilcher stellt sich den Meinungen entgegen und fordert mehr Geld für die Schulen. Die Fronten im Lehrerstreit bleiben inzwischen weiter verhärtet. Unterrichtsministerin Schmied droht mit Rücktritt, die Lehrer mit Streik und der Kampf um das Schulbudget ist mittlerweile zu einem Koalitionsstreit eskaliert.

Mehr Gelder für das Schulbudget werde es definitv nicht geben, sind sich die beiden Finanzstaatssekretäre Lopatka und Schieder im Ö1-Morgenjournal einig. Weniger einträchtig geht es in Bezug auf die geplante Ausweitung der Unterrichtsstunden zu. Lopatka sieht hier keine Chancen für eine Zustimmung der ÖVP. Schieder konterte, dass Schmied ihre Standpunkte klar gemacht habe und es von Seiten der ÖVP keinen Einspruch gegeben habe.

Experte Schilcher will mehr Geld
Der frühere ÖVP-Politiker Schilcher, derzeit Leiter der Experten-Kommission zur Schulreform stellt sich den Meinungen von Lopatka und Schieder entgegen und fordert mehr Geld für die Schulen. 400 Millionen Euro für die Schulen bei einem Budget von 7 Milliarden Euro, sind seiner Ansicht nach ein viel zu kleines Stück vom Kuchen.

Eine Lösung für die sinkenden Bildungsstandards sieht er im Modell der Ganztagsschule. Burnouts der Lehrer könnten so verhindert werden und die Schule werde wieder mehr Spaß machen.

Die ehemalige ÖVP-Bildungsministerin Elisabeth Gehrer hält nichts von den Plänen ihrer Nachfolgerin, die Unterrichtszeit um zwei Stunden zu verlängern. "Das gibt es ja auf der ganzen Welt nicht, dass jemand mehr arbeiten soll und dafür weniger Geld bekommt." Wenn sich Schmied durchsetze, dann fielen für die Lehrer Überstunden weg und das heiße, dass sie weniger Geld bekämen.

Kaltenegger kritisiert Schmied
ÖVP-Generalsekretär Kaltenegger verschärfte unterdessen seine Kritik an Schmied. Er forderte die Bildungsministerin auf, mit den Betroffenen zu verhandeln und ein Gesamtpaket zu vereinbaren. Das bisher einzige Gespräch mit der Gewerkschaft habe nur eine Stunde gedauert, das reiche nicht aus. Den Aufschrei der Betroffenen findet Kaltenegger daher "verständlich". Wie die ÖVP nun weiter vorgehen werde, ließ Kaltenegger offen.
(apa/red)

6.3.2009 16:47