Dieter Althaus wird sich der Wahl stellen:
Unglücks-Skifahrer ist CDU-Spitzenkandidat
- Ministerpräsident hat Rückendeckung der Wähler
- Derzeit Verhandlungen über Schadenersatzzahlungen

·Blitzverfahren gegen Althaus erntet Kritik
Juristen fürchten um Ansehen heimischer Justiz
·Der Fall Althaus:
Eine Chronologie!
Vom Skiunfall bis zur Verurteilung vor Gericht
·Safety first - auch auf unseren Skipisten
Großteil der Österreicher für Helmpflicht im Schnee
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus will bei der Landtagswahl im August erneut als CDU-Spitzenkandidat antreten. Das teilte Althaus in Allensbach am Bodensee mit, wo er sich derzeit in einer Reha-Klinik aufhält. Er habe dies Entscheidung nach Gesprächen mit seiner Familie sowie mit Ärzten getroffen, die ihn wegen der Folgen seines Skiunfalls vom Neujahrstag behandeln.
Nach dem Strafprozess will der CDU-Politiker unterdessen auch die zivilrechtlichen Ansprüche rasch klären. Es werde bereits seit mehr als einem Monat mit Vertretern der Familie der bei dem Skiunfall tödlich verunglückten Frau verhandelt, sagte der deutsche Anwalt von Althaus, Erich Bähr. Ziel sei eine außergerichtliche Einigung.
Die Familie Althaus habe eine Vorschusszahlung angeboten. Doch der Anwalt der Gegenseite sei darauf nicht eingegangen, weil ihm Dokumente fehlten, sagte der Frankfurter Jurist. In MDR 1 Radio Thüringen erklärte Bähr, Althaus habe zugesagt, für das hinterbliebene Kind der bei dem Unfall ums Leben gekommenen Frau mehr zu tun, als es seine gesetzliche Pflicht sei.
"Ganz normaler Ablauf"
Der Salzburger Anwalt der Opferfamilie, Alexander Rehrl, sagte dem MDR, er sei zuversichtlich, dass die Verhandlungen bald beendet werden könnten. Allerdings brauche er noch "einige Unterlagen und entsprechend Zeit". Bei den vom österreichischen Gericht verhängten 5.000 Euro handele es sich um ein sogenanntes Trauerschmerzensgeld. Der Anwalt verteidigte das rasche Strafverfahren gegen seinen Mandanten in Österreich. Das sei ein ganz normaler Ablauf gewesen, sagte Bähr.
Die Linkspartei in Thüringen will den Skiunfall im Wahlkampf ausklammern. Die Mehrheit der Deutschen ist laut einer Umfrage dafür, dass Althaus erneut für das Amt kandidiert. Dem ARD-Deutschlandtrend zufolge sprachen sich 61 Prozent dafür aus.
(apa/red)
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