Verschärfte Maßnahmen gegen Prostitution:
Polizei rückt Freiern mit Anzeigen zu Leibe
- Prostitution in Wien erneut im Zunehmen begriffen
- Betrifft Struweviertel und äußere Mariahilfer Straße

Mit Anzeigen gegen die Freier will die Wiener Polizei der Prostitution im Leopoldstädter Stuwerviertel zu Leibe rücken. Die Sanktionen gegen Freier macht der Paragraf sieben des Verwaltungsstrafgesetzes möglich. Dieser stellt es unter Strafe, wenn jemand vorsätzlich einen anderen zur Begehung einer Verwaltungsübertretung veranlasst oder diese erleichtert.
Laut Prostitutionsgesetz darf in einem 150 Meter großen Umkreis von Schulen, Kindergärten, Heil-oder Pflegeanstalten, Spielplätzen, Kirchen und anderen religiösen Stätten sowie Friedhöfen nicht der Prostitution nachgegangen werden. "Diese 150 Meter kann man als Freier erkennen", so Peter Goldgruber, Leiter der sicherheits- und verkehrspolizeilichen Abteilung. Außerdem gebe es aufgrund der Bestimmungen im Prostitutionsgesetz im Stuwerviertel kaum eine Möglichkeit, diesem Gewerbe nachzugehen.
Private Konsequenzen für Freier
Wer angezeigt wird, hat mit einem RSA-Brief zu rechnen. "Das ist eine zwingende Vorschrift", sagte Goldgruber. Schnellrichter würden nur dann eingesetzt, wenn die Gesetzesbrecher nicht auf postalischem Weg erreicht werden könnten. Dass den Betreffenden dabei unangenehme Fragen von ihren Frauen drohen könnten, sieht Goldgruber gelassen: "Das müssen sie sich vorher überlegen, wenn sie zu Prostituierten gehen."
Prostitution nimmt zu
Dem Vertreter der Polizei zufolge ist das Problem der Prostitution in den vergangenen Monaten im Stuwerviertel erneut im Zunehmen begriffen. In einschlägigen Medien werde auch entsprechend dafür geworben. Die Exekutive will sich nun verstärkt dieses Themas annehmen. Das gilt Goldgruber zufolge übrigens nicht nur für das Stuwerviertel. Auch die äußere Mariahilfer Straße steht beispielsweise auf den Agenden.
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