Mittwoch, 4. März 2009

FPÖ will bei "Neuen Mittelschulen" sparen:
Bildungssystem ist "geradezu entbehrlich"

  • Vorschlag als Alternative zur Budget-Blockade
  • Ministerium: Mittelschule nur kleiner Teil des Budgets

Im Zusammenhang mit der Diskussion um Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung für Lehrer sprach sich FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz für eine Reduzierung der "Neuen Mittelschule" aus. Der Schulversuch sei für eine Reform des österreichischen Bildungssystems "nicht unbedingt erforderlich, ja geradezu entbehrlich". Rosenkranz sieht diesen Vorschlag als Alternative zu Schmieds Drohung, dem Bildungsbudget nicht zuzustimmen.

90 Prozent des Budgets des Unterrichtsministeriums würden in Personalkosten fließen, in der "Neuen Mittelschule" seien aber pro Klasse statt einem sogar zwei Lehrer eingesetzt, so Rosenkranz. Statt Budgetblockade oder ersatzweise die Kürzung von Lehrergehältern sollte "das Prestigeprojekt 'Neue Mittelschule' auf kleinerer Flamme weiterentwickelt werden als geplant."

Ein Sprecher von Unterrichtsministerin Schmied betonte dagegen, dass vom Finanzbedarfs des Bildungsministeriums in Höhe von 380 Mio. Euro für das kommende Schuljahr nur 7 Mio. Euro im Kalenderjahr 2009 und 19 Mio. Euro im Jahr 2010 die "Neuen Mittelschulen" beträfen. Bei den fehlenden 380 Mio. Euro gehe es um die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs sowie die Weiterführung wichtiger Projekte wie kleinere Klassen, mehr Tagesbetreuung oder mehr Kleingruppenunterricht. "Wer behauptet, das vom Finanzministerium zugestandene Budget des Bildungsministeriums reiche aus, um den Schulbetrieb und die notwendigen Verbesserungen des Bildungssystems zu gewährleisten, ignoriert die Faktenlage", so Schmied. Die von Vertretern des Finanzministeriums geforderte Kürzung der Lehrergehälter als Alternative hält sie "für volkswirtschaftlich falsch und nicht gerechtfertigt". (apa/red)

4.3.2009 10:06