Montag, 2. März 2009

Vatikan nimmt den Rücktritt Wagners an:
Roms Erklärung ließ lange auf sich warten

  • Vatikans Pressesprecher: 'Gibt nichts mehr zu sagen'
  • Diözesanbischof erfreut über offiziellen Schlusspunkt

Der Vatikan hat offiziell bestätigt, dass Papst Benedikt XVI. den Verzicht des Pfarrers von Windischgarsten, Gerhard Maria Wagner, auf das Amt des Linzer Weihbischofs annimmt. Eine entsprechende Mitteilung wurde im Bulletin des vatikanischen Presseamtes abgedruckt. Eine mögliche Apostolische Visitation in der Diözese Linz dürfte endgültig vom Tisch sein.

Der Heilige Vater hat Pfarrer Gerhard Wagner von der Annahme des Amtes eines Weihbischofs in Linz dispensiert", ist in dem Bulletin zu lesen. Der vatikanische Pressesprecher, Pater Federico Lombardi, gab sich in der Sache wortkarg: "Es ist eine sehr klare Mitteilung, es gibt über den Fall nichts mehr zu sagen." Auf die Frage, wann ein neuer Weihbischof in Linz designiert werden soll, sagte er lakonisch: "Wir haben über die neue Ernennung nichts zu sagen."

Diözesanbischof Ludwig Schwarz betonte in einer ersten Reaktion, dass nun "diese für die Diözese Linz und die österreichische Kirche turbulente Zeit einen offiziellen Schlusspunkt bekommen hat. Jetzt heißt es, wieder an einem Strang zu ziehen und die Einheit als gemeinsames Anliegen zu verwirklichen".

Erklärung ließ auf sich warten
Die offizielle Erklärung Roms hatte lang auf sich wartenlassen: Der umstrittene Pfarrer von Windischgarsten teilte am 15. Februar - gut zwei Wochen nach seiner Ernennung - mit, dass er den Papst um Rücknahme seiner Bestellung bitten werde. Wann genau er den Brief an Benedikt XVI. tatsächlich abgeschickt hat, blieb unklar. Obwohl die österreichische Kirche stets betont hatte, dass der Rücktritt mündlich mit der Nuntiatur und dem zuständigen Präfekten der vatikanischen Bischofskongregation, Kardinal Giovanni Battista Re, abgesprochen und angenommen sei, gab es aus konservativen Kreisen immer wieder Meldungen, dass Wagner doch noch Weihbischof werden könnte.

Ebenfalls endgültig vom Tisch sind offenbar eine Apostolische Visitation in der Diözese Linz oder ein Bischofskoadjutor für Schwarz. Diese Möglichkeiten sollen laut der konservativen Plattform kath.net in Rom überlegt und sogar von einigen österreichischen Bischöfen befürwortet worden sein. Das sei von Anfang an reine Spekulation gewesen, hieß es am Montag dazu bei der Diözese Linz.

Schwarz war am Freitag überraschend zu einem Treffen mit Kardinal Re nach Rom gereist. In Linz betonte man am Montag, er sei nicht in den Vatikan zitiert worden, sondern habe lediglich in einer persönlichen Unterredung erörtern wollen, wie man die Lage in Linz wieder beruhigen könne. Das Ergebnis: Es soll verstärkt Gespräche innerhalb der Diözese geben, in die verschiedene Gremien eingebunden werden - etwa auch die Dechantenkonferenz, die Wagner mit deutlicher Mehrheit abgelehnt hatte. Bischof Schwarz sei nun bemüht, wieder alle an einen Tisch zu bekommen, hieß es bei der Diözese.
(apa/red)

2.3.2009 14:12