Freitag, 27. Februar 2009

500-Mio.-Zuschuss für AUA ist abgesegnet: ÖIAG sichert der Fluglinie 500 Mio. Euro zu

  • Kapitalerhöhung maximal acht Monate nach Closing
  • Mit 200-Mio.-Notkredit bereits Engpässe abgewehrt

Der Nationalrahat den 500-Millionen-Zuschuss für die AUA abgesegnet. Die ÖIAG hat sich verpflichtet, beim Verkauf der AUA an die Lufthansa zur AUA-Sanierung 500 Mio. Euro zu leisten, das Geld muss nach dem Verkauf in eine AUA-Kapitalerhöhung fließen. Erfolgen soll diese Kapitalerhöhung innerhalb von acht Monaten nach dem Closing, heißt es in dem offiziell vorliegenden Angebot der Lufthansa an die AUA.

Die Kapitalerhöhung könne als Bar- oder Sachkapitalerhöhung, mit oder ohne Ausschluss des Bezugsrechts, oder durch Verschmelzung einer mit entsprechenden Barmitteln ausgestatteten Mantelgesellschaft auf die AUA erfolgen. Die geplante Kapitalerhöhung führe zu einer weiteren Verwässerung der Streubesitzaktionäre. Ein Teil dieser Restrukturierungshilfe werde auch zur Rückführung des in Anspruch genommenen Teils der bereits gewährten 200 Mio. Euro schweren Zwischenfinanzierung (Rettungshilfe) verwendet werden.

Bereits 67 Mio. Euro in Anspruch genommen
Von dieser Rettungshilfe, die als Kreditlinie von bis zu 200 Mio. Euro von der ÖIAG gewährt wurde, hat die AUA im Dezember bereits 67 Mio. Euro in Anspruch genommen. Bis 31. Juli 2009 belauft sich die vereinbarte Kreditlinie auf 113 Mio. Euro.

Zusätzlich zu diesen 113 Mio. Euro könne die AUA zwei Tranchen über 10 Mio. Euro zur Deckung von Finanzbedarf aus dem operativen Geschäft ziehen, wenn dieses zur Abwehr einer drohenden Insolvenz notwendig sei, ist der Unterlage weiter zu entnehmen. Die erste dieser beiden Tranchen musste die AUA bereits im Jänner 2009 in Anspruch nehmen; die zweite Tranche werde im März folgen, geht aus dem Offert hervor.

Verlängerungsoption
Die Kreditlinie über 200 Mio. Euro ist mit Durchführung der Kapitalerhöhung, längstens aber bis zum 31. Dezember 2009 bzw. nach Ziehung einer Verlängerungsoption bis zum 30. Juni 2010 rückzahlbar.

Unter dem Punkt "Finanzkennzahlen" der AUA findet sich auch erstmals ein Buchwert für die AUA: Dieser lag 2008 laut Offert bei 7,83 Euro je Aktie, allerdings auf Basis der Zahlen von 30. September 2008. Auf Basis der Jahresendezahlen gibt es keine Angaben zum Buchwert.

Neben dem Erreichen der Mindestannahmeschwelle von mehr als 50 Prozent der stimmberechtigten Aktien der AUA wird im Offert der Lufthansa als "aufschiebende Bedingung" des Deals genannt, dass die Nichtuntersagung des Vollzugs bzw. Genehmigung des Zusammenschlusses bis zum 31. Juli 2009 von den zuständigen Kartellbehörden nicht nur der EU, sondern auch der USA, Kanada, Türkei, Israel, Albanien Bosnien, Serbien und der Ukraine vorliegt.

Angebot aufschiebend bedingt
Das Angebot sei weiterhin aufschiebend bedingt, dass der Bieter nach Ablauf der ursprünglichen Annahmefrist über mindestens 75 Prozent der zu diesem Termin ständig stimmberechtigten Aktien der AUA (unter Außerachtlassung der von der Zielgesellschaft selbst gehaltenen eigenen Aktien) verfügt. Unter Berücksichtigung der vom Bieter erworbenen ÖIAG-Aktien müssen dem Bieter daher Annahmeerklärungen für insgesamt mindestens 27,194.392 Aktien zugehen.

"Kaufgegenständliche Aktien" sind demnach 48,468.147 Stück Inhaberaktien der AUA, das sind alle Stückaktien der AUA mit Ausnahme der von der AUA selbst gehaltenen eigenen Aktien (3,039.702 Stück Inhaberaktien) und der ÖIAG-Akiten, die parallel zum Angebot erworben werden. (apa/red)

27.2.2009 09:53