Donnerstag, 2. April 2009

Spitzel-Affäre in der Meinl-Bank: Geheime Dossiers über Meinl-Kritiker sichergestellt

  • FORMAT: Vertrauliche Papiere über Thomas Havranek
  • Bespitzelungs-Vorwurf ausdrücklich zurückgewiesen

Die Affäre Meinl ist um eine Facette reicher: Im Rahmen einer Hausdurchsuchung in der Meinl Bank stellte die Wiener Kriminalpolizei Geheimdossiers über Meinl-kritische Personen sicher. Das berichtete das Wirtschaftsmagazin FORMAT exklusiv in seiner Ausgabe 09/09.

Konkret existiert ein vertrauliches Dossier über den Gerichtssachverständigen Thomas Havranek. Der 39-jährige Wiener wurde bekanntlich vom Gericht beauftragt ein Gutachten in der Strafsache gegen Julius Meinl V. - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - zu erstellen. Darin soll er laut FORMAT die Verwicklungen zwischen der börsenotierten Meinl European Land (MEL, heute: Atrium Real Estate), der Meinl Bank und Clanchef Julius Meinl prüfen.

In der Meinl Bank wird die Existenz eines Havranek-Dossiers grundsätzlich bestätigt. "Nachdem mehrere Medien geschrieben haben, dass der Sachverständige Thomas Havranek als ‚Meinl-kritisch’ gilt, wurde in öffentlich zugänglichen Datenbanken und Medienarchiven recherchiert, ob sich Hinweise auf diese Haltung finden", heißt es von Seiten der Bank. Denn ein Sachverständiger müsse unvoreingenommen und unbefangen sein. Der Vorwurf der Bespitzelung wird gegenüber FORMAT ausdrücklich zurückgewiesen: "Derartige Recherchen gehören zur professionellen Verfahrensvorbereitung. Selbstverständlich hat niemals eine Observierung oder Ähnliches stattgefunden."

Mehr dazu lesen Sie im FORMAT 09/2009!

2.4.2009 00:34