Mittwoch, 25. Februar 2009

Austrian Airlines fliegen in tiefes Luftloch:
Großes Minus, zehn Sünden & offene Zukunft

  • NEWS-Bestandaufnahme der brisanten AUA-Situation
  • Rot-weiß-rote Heckflosse auf Goldfischgröße reduziert

Wenn die Austrian Airlines (AUA) den Termin für die Bekanntgabe ihrer Zahlen für das Geschäftsjahr 2008 um exakt ein Woche vorverlegen, dann mutet das fast fatalistisch an. Und das aus zwei Gründen: Jeder Tag, an dem neue Gerüchte über die AUA entstehen können, soll verhindert werden. Da legt man doch lieber gleich die nackten Tatsachen auf den Tisch. Zum anderen fällt der neue Termin ausgerechnet auf den 13. März 2009.

Und die AUA wird eine Horrorbilanz präsentieren: Der Nettoverlust der angeschlagenen Airline wird laut Insidern auf etwa 400 bis 450 Millionen Euro explodieren. Und das, nachdem vor fast genau einem Jahr der vor drei Wochen zurückgetretene AUA-Boss Alfred Ötsch verkündet hat, dass die AUA bereits saniert sei. „Die Bilanz der AUA ist ein Debakel der Spitzenklasse. Wir stehen ganz dicht am Rand einer Pleite. Das ist das Aus für die AUA, wie wir sie kennen“, sagt ein Aufsichtsrat im Gespräch mit NEWS.

Derzeit prüft man in Brüssel noch die Übernahme der AUA durch die Lufthansa. Klar ist: Wenn aus Brüssel ein Nein kommt, bedeutet dies das endgültige Aus für die AUA. Das folgende Horrorszenario: eine Halbierung des gesamten Unternehmens – in allen Belangen. Die Bedeutung der Austrian Airlines würde dann zu einer „Vienna Airline“ schrumpfen.

Heckflosse in Goldfischgröße
Aber auch mit einer Übernahme wird die einst so große rot-weiß-rote Heckflosse auf Goldfischgröße reduziert. Vorgezeigt hat die Lufthansa das bereits bei der Swiss. Anders als die AUA war die eidgenössische Linie komplett insolvent. Nach einem drastischen Eingriff fliegt die Swiss nun auf weniger Strecken, mit kleinerer Flotte und weniger Personal. Und streift ordentliche Gewinne ein. Von 2006 auf 2007 hat Swiss das Betriebsergebnis verdoppelt und sogar 700 Personen neu aufgenommen.

Wie schroff die Deutschen den AUA-Sparstift ansetzen würden, ist indes noch ungewiss. Intern kursiert bei Lufthansa ein Sparprogramm, das beachtliche 30 Prozent ausmachen soll. Auch hier soll es alle Bereiche betreffen.

Wahren Kosten noch unbekannt
Ob auch die Lufthansa auf noch versteckte Fallen stoßen wird, bleibt abzuwarten. Ein wunder Punkt ist etwa die hohe Verschuldung des Flugkonzerns. Die AUA hat Kredite in der Höhe von einer Milliarde Euro zu bedienen. Größter Gläubiger ist die Bank Austria mit einer kolportierten halben Milliarde. Schließlich wird auch eine ökonomische Binsenweisheit schlagend: Die wahren Kosten fallen bei einer Übernahme nicht mit dem Kaufpreis, sondern beim laufenden Geschäft an. Und das läuft schlecht.

Den ganzen Bericht lesen Sie im aktuellen NEWS 09/2009!

25.2.2009 15:19
mikalfa, 01. 03. '09 14:00
Swiss war keineswegs insolvent
Falsch! Die Swiss war zum Zeitpunkt der Übernahme durch die Lufthansa (März 2005) alles andere als insolvent. Die Swiss war 2002 aus der insolventen Swissair hervorgegangen und bis zur Lufthansaübernahme rediminsioniert worden und war praktisch saniert. Es mussten keinen wieteren Einschnitte unternommen werden.

In dem Sinne ist die Übernahme der Swiss mit der der AUA nicht zuvergleichen.