Mittwoch, 25. Februar 2009

EU-Kommission greift in Autokrise ein:
Kredite über knapp vier Milliarden bewilligt

  • Weitere Kredite über 6,8 Mrd. Euro bereits beantragt
  • Hilfspläne für Autoindustrie EU-Kommission vorgelegt

Die EU hat jetzt eine Finanzhilfe für die notleidende europäische Autoindustrie bewilligt. Im März sollen vergünstigte Kredite im Umfang von knapp vier Milliarden Euro fließen. Die Europäische Investitionsbank (EIB) werde in Kürze Darlehen im Umfang von 3,8 Milliarden Euro bewilligen, teilte EU-Industriekommissar Günter Verheugen mit. Zudem liefen Anträge auf weitere Kredite im Umfang von 6,8 Milliarden Euro.

Verheugen hatte schon Mitte Jänner angekündigt, die Autoindustrie könne auf EIB-Kredite im Umfang von bis zu zehn Milliarden Euro hoffen. Die EIB erklärte dazu, für die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien für den Kraftfahrzeugsektor stünden 2009 und 2010 Kredite im Umfang von bis zu vier Milliarden Euro jährlich bereit. Daneben könnten Auto-Zulieferer auch Mittel aus dem Kreditprogramm für den Mittelstand erhalten oder von der Förderung für strukturschwache Regionen profitieren.

Hilfspläne für Autoindustrie vorgelegt
Deutschland hat nach Worten von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes der EU-Kommission einen Hilfsplan für die Autoindustrie vorgelegt. Auch Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien und Schweden hätten ein Konzept eingereicht. "Die Hilfspläne müssen den Beihilferegeln entsprechen", sagte Kroes in Brüssel. Die Kommission werde sicherstellen, dass es keinen Protektionismus bei der Unterstützung der Autoindustrie in der Krise gebe.

Verheugen warnt vor Scheinaktivitäten
EU-Industriekommissar Günther Verheugen hat bei der Präsentation eines Berichts zur Lage der Autoindustrie vor "Scheinaktivitäten" zur Hilfe für Opel gewarnt. Er sei "äußerst vorsichtig was die Attitüde eines weißen Ritters angeht, der in schimmernder Rüstung angaloppiert kommt und Rettung anbietet, und diese Rettung nicht liefern kann".

In der Autoindustrie gehe es generell um mehr als 400.000 Arbeitsplätze in der EU, allein im Hersteller- und Zulieferbereich. Hier seien nachgeordnete Bereiche noch gar nicht beinhaltet. Auch hat die Kommission das Ziel, Arbeitsplätze bei Opel und anderen Töchtern von General Motors in Europa zu erhalten. Er glaube nicht, dass das Problem der Überkapazitäten in der europäischen Automobilindustrie dadurch gelöst werden könne dass man "die scheinbar schwächsten" hinunterstoße.
(apa/red)

25.2.2009 13:53