Beamter sei in AMS-Skandal 'reingerutscht':
Hat im 'guten Glauben' Geld übermittelt
- Beschuldigter überprüfte Venetia-Forderungen nicht
- Hat später wissentlich höhere Summen ausgestellt

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Der beschuldigte Beamte im millionenschweren Betrugsskandal in der Bundesbuchhaltungsagentur hat seine Beweggründe erklärt. Er habe zu Beginn der Schulungsfirma "Venetia" im guten Glauben eine Finanzierung übermittelt. Er habe geglaubt, es gehe um tatsächlich bestehende Ansprüche, sagte sein Rechtsbeistand. Der "fatale Fehler" war: Er bestätigte die Forderungen ohne Überprüfung.
Vor seiner Tätigkeit bei der BHAG habe sein Klient beim AMS gearbeitet und den "Venetia"-Chef von dort als "langjährige Kundschaft" gekannt. Bestätigt habe er zunächst nur finanzielle Ansprüche, von dessen Existenz er ausging. "Die haben ja tatsächlich Forderungen gehabt", betonte Rechtsbeistand Martin Nemec. Allerdings seien die von "Venetia" verlangten Summen zu hoch gewesen, so sei der erste Schaden entstanden.
"Reingerutscht"
Zu einem späteren Zeitpunkt habe sein Klient sehr wohl wissentlich höhere Forderungen ausgestellt, damit der schon entstandene Schaden nicht bemerkt werde. "Da ist er zunächst reingerutscht", meinte Nemec zur Rolle seines Mandanten. "Das ist wie ein Karussell, dass sich zu drehen beginnt. "Seine Erklärung dafür: Der Beamte sei vom Geschäftsführer gedrängt worden, damit die Schulungsfirma Geld für die Schadensdeckung auftreiben können.
"Grundsätzlich bleibt es bei seiner Verantwortung", so Nemec über die Aussagen seines Mandanten und den von ihm mutmaßlich verursachten Schaden von rund 16,5 Millionen Euro. "Er ist voll geständig und hilft auch bei der Aufklärung mit. Er betont, dass er dafür überhaupt keine Gegenleistung erhalten hat." Das Vermögensumfeld des Beamten werde überprüft. Er muss mit einer langjährigen Haftstrafe rechnen.
Der BHAG-Mitarbeiter ließ dem Schulungsinstitut "Venetia" angeblich 16,5 Millionen Euro an Direktzahlungen zukommen und soll gefälschte Schuldverschreibungen ausgestellt haben, "Venetia" war Nutznießer. In Haft ist auch der Anwalt der für den Vertrieb der Schuldscheine gesorgt haben dürfte.
(apa/red)

