Hoffnung auf neue Verschrottungsprämie:
45 Millionen in die Autobranche pumpen
- Krise des heimischen Autohandels: Minus 16 Prozent
- Deutsches Vorbild: Mittelfristig gute Erfolge erzielt

·Renault: Kurzarbeit für alle Mitarbeiter
Konzern will radikal zurückschrauben
·Volkswagen schickt 61.000 in Kurzarbeit
Bänder werden eine Woche lang stillgelegt
Das Etikett ist verändert, der Inhalt nicht. Als im Ministerrat die Verschrottungsprämie beschlossen wurde sprach man beschönigend von einer Ökoprämie. Das Ziel ist jedoch dasselbe: Die österreichische Regierung will 45 Millionen Euro in die kriselnde Autobranche pumpen. Ein Vorhaben, dass zumindest mittelfristig Wirkung zeigen kann, wie Deutschland beweist.
Dass es weniger um ökologische Erwägungen geht ist aufgrund der Stellungnahmen klar: "Die Ökoprämie ist ein starker Impuls für die Absatzankurbelung" und werde ihre Wirkung nicht verfehlen, versicherte der Finanzminister. Für Autos, die vor dem 1. Jänner 1996 zugelassen worden sind, wird bei Anschaffung eines Neuwagens eine Prämie in der Höhe von 1.500 Euro bezahlt. Diese Unterstützung kann von 1. April bis zum 31. Dezember dieses Jahres in Anspruch genommen werden. Die Ökoprämie sei wie die ebenfalls beschlossene vorzeitige Abschreibung ein wichtiges Element, um die Wirtschaft zu stärken, so Pröll.
Absatzkrise des Autohandels
Das der Automarkt in einer tiefen Krise steckt zeigen die jüngsten Zahlen. Obwohl das Jahr 2008 trotz den Einbrüchen im letzten Quartal mit einem Plus von 1,3 Prozent abgeschlossen werden konnte verbuchte der heimische Autohandel im Jänner ein Minus von sage und schreibe 15,9 Prozent.
Ein Blick zu unseren Nachbarn verdeutlicht, dass die Verschrottungsprämie - zumindest mittelfristig - Wirkung zeigen kann. Der deutsche Verband der Automobilindustrie prognostiziert, dass aufgrund der Abwrackprämie 200.000 bis 400.000 Pkws mehr gekauft werden. Dennoch gibt es auch skeptische Stimmen. Michael Lamle, Chef des VW- und Audi-Händlerverbandes geht von einem längerfristigen Schrumpfungsprozess aus. "Wir müssen alte Denkmuster aufgeben und für neue Wege offen sein, um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu bestehen", betonte er.
(red)

