Dienstag, 24. Februar 2009

Mit Volldampf in die Wirtschaftskrise:
ÖBB will jetzt 100 Millionen Euro einsparen

  • Verhandlung mit Gewerkschaft über Flexibilität
  • Güterverkehr als Schwachstelle des Unternehmens

Die ÖBB müssen "aus heutiger Sicht" in den nächsten 1,5 Jahren 100 Mio. Euro einsparen. Diese Zahlen nannte ÖBB-Chef Klugar im ORF-Radio. Er glaubt zwar, dass keine Kündigungen nötig seien, allerdings gebe es Verhandlungen mit der Gewerkschaft für mehr Flexibilität der Mitarbeiter. So sollen Mitarbeiter aus dem Güterverkehr auch in der Infrastruktur arbeiten.

Klugar will trotz Wirtschaftskrise 1,8 Mrd. Euro investieren, etwa in den Ausbau von Westbahn, Unterinntal oder Koralmbahn. Aber auch die Modernisierung des bestehenden Netzes sei ihm wichtig. Durch die Investitionen würden 30.000 Arbeitsplätze gesichert, hob Klugar hervor. Gleichzeitig will er für den Güterverkehr einzelne Strecken zusperren oder vom Nacht- auf Tagesbetrieb umstellen.

Einbruch bei Güterverkehr
Gerade der Güterverkehr bereitet dem Unternehmen Kopfzerbrechen. Denn im Dezember und Jänner mussten Einbußen beim Transport von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet werden. Doch die Abwärtsspirale dreht sich immer weiter: Wenn keine Waren produziert werden, können auch keine transportiert werden.

Das gerade im Transportgeschäft der Einbruch so massiv ist trifft das Unternehmen besonders hart. Denn der Güterverkehr ist im Verhältnis zum Personenverkehr die "cash cow" der ÖBB. Und die Daten sind erschütternd, wie Ö1 berichtet. Denn nach einem stetigen Anstieg bis zum Jahr 2007 auf 97 Millionen Tonnen Güter fällt das Jahr 2008 auf das Niveau von 2002 zurück.

Weitere Investitionen
Klugar will trotz Wirtschaftskrise 1,8 Mrd. Euro investieren, etwa in den Ausbau von Westbahn, Unterinntal oder Koralmbahn. Aber auch die Modernisierung des bestehenden Netzes sei ihm wichtig. Durch die Investitionen würden 30.000 Arbeitsplätze gesichert, hob Klugar hervor. Während ein großer Teil der Mittel im Rahmenplan fixiert sei, müsse ein Teil, vor allem im Nahverkehr, in den Budgetverhandlungen fixiert werden. Wenn dort weniger verlangt werde, "müssten wir unser Angebot ausdünnen", so Klugar.
(apa/red)

24.2.2009 15:07