"Karel Brückner muss Leidenschaft zeigen":
Neo-ÖFB-Präsident Windtner im Interview
- Deutliche Worte des Verbandschefs an das A-Team
- Über Anforderungsprofile und Bedarf nach Reformen
·Windtner übernimmt
offiziell Amt & Würden
Brückner im Fadenkreuz von Neo-ÖFB-Präsident
·Eine halbherzige Reform ist nicht genug
NEWS.at über den neuen
ÖFB unter Leo Windtner
·Strukturreform des
ÖFB wird abgesegnet
Neues Direktorium mit
zahlreichen Kompetenzen

In seiner Antrittsrede nach der Wahl zum neuen Präsidenten des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) hat sich Leo Windtner mit deutlichen Worten nicht zurückgehalten. Neben scharfer Kritik an den Teamspielern ließ der Oberösterreicher auch anklingen, dass die Amtszeit von Teamchef Karel Brückner schon vor dem WM-Qualifikationsspiel am 1. April in Klagenfurt gegen Rumänien vorbei sein könnte.
Im einem APA-Interview machte sich der 58-Jährige unter anderem Gedanken über das anstehende Gespräch mit dem Tschechen, das prinzipielle Anforderungsprofil eines Nationaltrainers und möglichen Reformbedarf im Bereich der Bundesliga.
Frage: Sie haben den Verbleib von Brückner auch an das Ergebnis eines Gesprächs mit ihm in der kommenden Woche geknüpft. Wie müsste diese Unterredung verlaufen, damit Brückner gegen Rumänien auf der Bank sitzt?
Windtner: "Es müssen Perspektiven gegeben sein. Brückner muss Siegeswillen und Leidenschaft zeigen, es muss ein Optimismus zu
spüren sein."
Frage: Sollte das Gespräch nicht nach Ihrem Geschmack verlaufen - haben Sie sich schon Gedanken über einen Nachfolger gemacht? Sollte es wieder ein Österreicher sein?
Windtner: "Diese Diskussion führe ich derzeit nicht. Ich warte das Ergebnis des Gesprächs ab."
Frage: Wie sieht prinzipiell Ihr Anforderungsprofil für einen
österreichischen Teamchef aus?
Windtner: "Egal ob er Ausländer ist oder Österreicher - das
Wichtigste ist, dass er die Mannschaft erreicht."
APA: Wo außer im Betreuerteam der A-Auswahl orten Sie im ÖFB noch Reformbedarf?
Windtner: "Der entscheidende Punkt ist, dass wir die Lücke zwischen den Nachwuchs-Nationalteams und dem A-Team schließen müssen. Im Nachwuchs hatten wir in den letzten Jahren viele gute Ergebnisse, im A-Team aber leider nicht."
Frage: Sehen Sie auch Änderungspotenzial im Bereich der Bundesliga, etwa was die Liga-Größen angeht?
Windtner: "Das ist eine Frage, die in der ÖFB-Zukunftswerkstätte diskutiert wird. Dort werden wir das gemeinsam mit der Liga besprechen und rechtzeitig bekanntgeben."
Frage: Halten Sie auch Änderungen beim Österreicher-Topf für
notwendig?
Windtner: "Der Österreicher-Topf ist gut. Man sollte ihn in Zukunft in dieser Form beibehalten, auch wenn man immer schauen muss, wo man nachjustieren kann."
(apa/red)
