Samstag, 28. Februar 2009

"Jury hat ihren Job exzellent gemacht":
Entscheidung in Liberec für Hofer korrekt

  • Renndirektor verteidigt Aufhebung des 2. Durchgangs
  • Keine kritische Trainerstimme an der Annullierung

Für FIS-Renndirektor Walter Hofer stand die Entscheidung außer Streit. "Die Jury hat ihren Job exzellent gemacht", sagte der Österreicher, nachdem das dreiköpfige Gremium den zweiten Durchgang des WM-Großschanzenbewerbs der Skispringer in Liberec am Freitagabend annulliert hatte. "Man hat alles probiert, aber wir brauchen eben 30 Minuten bei gleich bleibenden Bedingungen und die haben wir einfach nicht gehabt."

Die Jury, bestehend aus dem Technischen Delegierten Sandro Sambugaro (ITA), dessen Assistenten Yutaka Minemura (JPN) und Wettkampfleiter Leos Skoda (CZE) hatte einstimmig entschieden. Damit war zum zweiten Mal in der Geschichte nach 1989 ein Weltmeister in nur einem Durchgang ermittelt worden. In Lahti war damals Heinz Kuttin der lachende Dritte, nachdem es auch bei der Neuansetzung des Finales am nächsten Tag gestürmt hatte. Diesmal haderte im ÖSV-Team nicht nur der viertplatzierte Gregor Schlierenzuer mit seinem Schicksal. Doch Hofer merkte an, dass sich in der Jurysitzung kurz nach dem Bewerb kein einziger Trainer kritisch geäußert habe.

Der erste Durchgang sei völlig regulär über die Bühne gegangen, sagte der Wahl-Salzburger Hofer und war froh, dass das Reglement eine Wertung des WM-Bewerbs in nur einem Durchgang gestattet. Im zweiten Durchgang hätte die bei nassem Schneefall immer langsamer werdende Spur keinen fairen Wettkampf zugelassen. "Und der Aspekt der Sicherheit kommt auch zum Tragen", sagte Hofer. Die Springer würden mit fast 100 km/h auf den Absprungpunkt zufahren und nasser Neuschnee am Schanzentisch könnte sie bremsen und gefährlich aus der Balance bringen.

Verlegung nicht möglich
Eine Verlegung auf den nächsten Tag, wie 1989 durchgeführt, sei aus Termingründen nicht möglich gewesen. "Aber wir werden versuchen, künftig einen Tag mehr zur Verfügung zu haben", erklärte Hofer. Und für einen raschen Ablauf des Wettkampfes angesichts des Schneefalls habe man ohnehin alles getan, sogar die für TV-Werbeeinschaltungen eingebauten "technischen Pausen" gestrichen. "Aber Miran Tepes braucht am Ablauf 35 Sekunden, bis er den nächsten Springer ablassen kann", erklärte Hofer. Und wenn dann noch der Wind außerhalb des Korridors sei, könne es zu längeren Pausen kommen.

Bei dem dichten Programm, auch der anderen Sportarten, blieb am Wochenende für einen weiteren Skisprungdurchgang keine akzeptable TV-Zeit übrig. "Das mediale Management steht im Vordergrund", merkte ÖSV-Sportdirektor Toni Innauer an. Er hätte "aus sportlicher Sicht" für eine Neuansetzung des zweiten Durchgangs plädiert. (apa/red)

28.2.2009 12:35