Sonntag, 1. März 2009

"Start-Ziel-Gold" für ÖSV-Adler in Liberec:
Springer-Quartett 33,5 Punkte vor Norwegen

  • Japan holen sich vollkommen überraschend Bronze
  • Deutschland und Russland bereits nach 1. Runde out

Österreichs Skispringer haben einen Start-Ziel-Sieg gefeiert und für den zweiten Weltmeister-Titel für den ÖSV bei den 47. Nordischen Weltmeisterschaften gesorgt: Das Quartett Wolfgang Loitzl, Martin Koch, Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer war vom ersten bis zum achten und letzten Sprung an der Spitze und siegte in souveräner Manier mit 1.034,3 Punkten und 33,5 Zählern Vorsprung auf Norwegen. Rang drei ging überraschend an Japan (981,2 Punkte).

Die vom Vortag schwer angeschlagenen ÖSV-"Adler" haben in eindrucksvoller Manier bewiesen, dass sie derzeit die besten Skispringer der Welt sind. Der nunmehr sechsfache Weltmeister (!) Loitzl begann mit einem 131-m-Satz und sorgte gleich von Beginn an für den nötigen Punktepolster, auch von seinen Teamkollegen fiel keiner ab. Auch im zweiten Durchgang startete der 29-jährige Steirer wieder mit der Höchstweite von 136 Metern und Gregor Schlierenzauer vollendete mit seinen 123 Metern den Run zum sechsten Mannschafts-Gold bei Nordischen Weltmeisterschaften für Österreich.

"Ich freue mich unwahrscheinlich. Das Lob geht an die ganze Mannschaft", jubelte Cheftrainer Alexander Pointner. "Für uns ist es natürlich auch eine große Genugtuung. Gestern sind wir am Boden gelegen und es hat ein paar gegeben, die noch draufgetreten sind." Doch Pointners Quartett hat die richtige Antwort gegeben, abgesehen von möglichen Änderungen bei den Wetterbedingungen gab es aber keinen Zweifel am Titel für die ÖSV-Equipe.

Die ÖSV-Adler haben damit ihre Dominanz in Teambewerben seit 2005 fortgesetzt: 2005 in Oberstdorf, als auf beiden Schanzen WM-Titel für die Mannschaft vergeben wurden, gewann Österreich beide Bewerbe, 2006 kürte sich die ÖSV-Equipe zum Olympiasieger, 2007 gab es auch in Sapporo Mannschafts-Gold und 2008 wurde bei der Skiflug-WM der Team-Titel eingeheimst. Und Wolfgang Loitzl hat sich mit seiner insgesamt sechsten WM-Goldmedaille zum erfolgreichsten Skispringer bei Weltmeisterschaften aller Zeiten gekürt. Nach Gold und Silber auf der Normalschanze durch Loitzl und Schlierenzauer war es die dritte Medaille für den ÖSV bei diesen Titelkämpfen.

Deutschland und Russland schnell out
Enttäuschend endete der Bewerb für die zum Medaillenkreis zählenden Deutschen (10.) und Russen (9.), die schon nach dem ersten Durchgang ausgeschieden sind.

Für die Skispringer geht es nach einer sicher ausgiebigen Medaillenfeier mit dem Team-Bus nach Hause. Auf den Lorbeeren ausruhen können sie sich nicht und auch die Pause ist kurz: Schon bald geht es mit dem Weltcup in Lahti zur Nordischen Tournee. Die Saison endet am 22. März in Planica, hoffentlich mit einem Gesamt-Weltcupsieg von Gregor Schlierenzauer. (apa/red)

1.3.2009 09:01