Mittwoch, 25. Februar 2009

Mourinho hat wieder einen Sündenbock:
Der Schiedsrichter hat einmal mehr Schuld

  • Inter-Coach droht nach Schiri-Schelte UEFA-Strafe
  • "Barca" braucht Aggressivität - Steirertor in Madrid

0:0 zwischen Inter Mailand und Manchester United in der Champions League: Und einmal mehr schimpfen alle auf den Schiedsrichter. Vor allem die beiden Feldherrn haderten mehr oder weniger mit dem Schicksal. "Wenn wir in Old Trafford einen Referee bekommen, der die Gäste so unterstützt wie hier, werden wir ins Viertelfinale einziehen", wetterte Inter-Coach Jose Mourinho nach dem ersten Gipfeltreffen der aktuellen Meister und Tabellenführer aus England und Italien. Der Portugiese kritisierte den Spanier Luis Medina Cantelejo, der aus Sicht der Hausherren einen Elfer an Adriano hätte geben sollen. Ein UEFA-Sprecher bestätigte nun, dass sich die Disziplinar-Abteilung mit Mourinhos Kommentaren beschäftige.

Nachdem Mourinho seinem Rivalen Alex Ferguson nach dem Ende nicht die Hand gereicht hatte, schickte er dem ManU-Feldherrn aber einem süffisant-süffigen Gruß. "Ich habe ihm einen Wein für 300 Pfund ins Hotel schicken lassen mit einem Zettel drauf. Da stand: Den trinken wir in Manchester", verriet der eigenwillige Trainer in den Katakomben des Meazza-Stadions. Die Aufstiegschancen schätzt der Portugiese, der ManU aus einer Chelsea-Zeit gut kennt, mit 50:50 ein.

Auch Ferguson zeigte sich über den Ausgang der Partie alles andere denn zufrieden. "Es ist immer enttäuschend, wenn man ein solches Spiel nicht gewinnt", resümierte der Schotte, nachdem Ronaldo, Giggs und Co. gut gespielt und gute Möglichkeiten ausgelassen hatten. Jetzt müsse seine Elf, die erst den halben Weg der Strecke ins Viertelfinale zurückgelegt, aber ihre Reife und Spielfreude bewiesen habe, eben daheim gewinnen.

Roma benötigt "Gesichts-OP"
Im zweiten von insgesamt drei englisch-italienischen Achtelfinal-Duellen kam Arsenal, der einzige Club, der in der Gruppenphase daheim kein Tor kassierte, gegen die AS Roma zu einem verdienten 1:0-Sieg durch einen verwandelten Van-Persie-Foulelfer. Arsene Wegner, dessen Truppe seit nunmehr 26 Europacup-Heimspielen unbesiegt ist, war mit dem Gezeigten zufrieden, fügte aber hinzu: "Natürlich hätten wir angesichts der vielen Chancen mehr Tore erzielen können." Sein Widerpart Luciano Spalletti sprach von einem "gerechten Resultat", bezifferte die Chancen mit 49:51 und weiß: "Im Rückspiel müssen wir ein ganz anderes Gesicht zeigen."

Zwei Tore fielen im Stade Gerland, wo der Brasilianer Juninho aus spitzem Winkel den "ruhenden" Ball über Freund und Feind zum frühen 1:0 für Olymique Lyon ins lange Eck zirkelte. Es war der insgesamt 43. Freistoß-Treffer des Technikers und der 17. in der Champions League. Um den Sieg brachte die Franzosen in einem flotten Spiel ausgerechnet ein Franzose. Thierry Henry köpfelte nach über eine Stunde in seinem 101. CL-Spiel zum Ausgleich ein. 1:1 hieß es auch an Aluminium-Treffern (Benzema bzw. Eto'o).

"Ist noch lange nicht vorbei"
"Wir hätten mehr erreichen können, vor allem wenn man sieht, wie wir in der ersten Hälfte aufgespielt haben. Es ist noch lange nicht vorbei", befand OL-Feldherr Claude Puel, der an diesem Abend wie die Zuschauer von Barca nicht alles, vor allem die individuellen Qualitäten, zu sehen bekommen hatte. Josep Guardiola war mit den ersten 45 Minuten nicht zufrieden. "Da haben wir nicht gut gespielt, wir müssen in zwei Wochen aggressiver agieren", urteilte der Spanier, der in der Pause einige Änderungen vorgenommen hatte.

Steirertor in Madrid
Die meisten Tore wurden im Calderon-Stadion registriert, wo es zwischen Atletico und FC Porto (2:2) aber auch keinen Sieger gab. Es hätte einen geben können, wäre Porto-Keeper Helton nicht ein Steirertor unterlaufen. Der Schlussmann hatte kurz vor der Pause einen Weitschuss-Aufsitzer von Diego Forlan passieren lassen. Lisandro Lopez besserte den Fehler aus, der Argentinier traf im Doppelpack und ist jetzt mit einem halben Dutzend Führender der Schützenliste.

(apa/red)

25.2.2009 16:58