Bayern schießt sich mit 5:0 aus der Krise:
Sporting braucht in AllianzArena ein Wunder
- Drogba macht gegen Juventus Siegestor für Chelsea
- FC Liverpool feiert wichtigen Auswärtserfolg bei Real
·Inter und Manchester trennen sich torlos
Arsenal feiert knappen Heimsieg gegen AS Roma
·Real Madrid rückt
näher an Barca heran
Nur mehr sieben Punkte
zwischen den Erzrivalen
·Champions League: Auslosung 2009/10
Spiele und Ergebnisse
der Fußball-Elite-Liga

Hat es in den vier Dienstag-Spielen mit Arsenal (1:0 gegen AS Roma) nur einen Sieger und insgesamt sieben Tore gegeben, so verließen in den restlichen Achtelfinal-Hinspielen zur Champions League am Mittwoch gleich drei Vereine das Stadion mit einem Erfolg. Großer Gewinner des Fußball-Abends war der FC Bayern München, der nach dem 5:0-Triumph in Lissabon gegen Sporting bereits mit mehr als einem Bein im Viertelfinale steht.
Der Auslosung am 20. März in Nyon ist auch der Liverpool FC mit dem 1:0 im Bernabeu gegen Real Madrid näher gekommen. Noch alles offen ist vor den Rückspielen am 10. März zwischen Chelsea FC und Juventus Turin (1:0) bzw. Villarreal CF und Panathinaikos Athen (1:1). Sowohl an der Londoner Stamford Bridge als auch im spanischen El Madrigal, wo der Tiroler Referee Konrad Plautz gut pfiff, war für die ÖFB-Legionäre Alexander Manninger (Juve) bzw. Andreas Ivanschitz (Pana) nur Platz auf der Ersatzbank.
Zurück zum FC Bayern, der sein anderes Gesicht präsentiert, sich den Frust von drei Niederlagen in den ersten vier Liga-Spielen des neuen Jahres von der Seele schoss und mit dem höchsten Auswärtssieg seinen eigenen Champions-League-Rekord in der K.o.-Phase aus der Saison 1998/99 (4:0 Viertelfinale in Kaiserslautern) verbesserte. Einer der Kleinsten war im Alvalade-Stadion der Größte: Franck Ribery erzielte einen Doppelpack und bereitete zwei weitere Treffer durch Luca Toni vor.
Mehr Druck und Konzentration
Der Franzose erzielte völlig entgegen dem Spielverlauf vor der Pause die wichtige 1:0-Führung. Nach dem Schlusspfiff gab er zu, nicht einmal im Traum an ein 5:0 gedacht zu haben. "Aber wir wollten unbedingt eine gute Leistung zeigen, waren konzentriert, entschlossen und haben mit den Toren eine gute Grundlage gelegt", meinte der quirlige Dibblanski. Den Unterschied zur Bundesliga erklärte er mit zusätzlichem Druck und Konzentration.
"In der Liga haben wir noch genügend Spiele, um den Rückstand aufzuholen. In der K.o.-Phase gibt es nur zwei Spiele, da mussten wir gleich auswärts für Klarheit sorgen", meinte Ribery, dessen Kollege Lahm in der Anfangsphase per Kopf das 0:1 durch einen Apolga-Schuss vereitelt hatte. Trainer Jürgen Klinsmann lobte seine ganze Mannschaft, die an Effizienz kaum zu überbieten war: "So müssen wir weitermachen, das sofort am Sonntag in Bremen." Widerpart Paulo Bento stellte enttäuscht fest: "Das Resultat ist zu hoch. Wir hatten Chancen auf den Ausgleich, kassierten aber in sechs Minuten zwei Tore und dann brachen alle Dämme."
"Selbstmörderischer" Real-Trainer
In Spanien tadelte die Presse den optimistischen Real-Chef Vicente Boluda, der ein 3:0 seines zuletzt in der Primera Division neunmal en suite siegreichen "Weißen Balletts" angekündigt hatte. Das nannte "Marca" schlicht und einfach "selbstmörderisch". "As" riet ihm, "lieber den Mund zu halten" und meinte: "Im Rückspiel hilft nur noch ein Wunder." Seit 2005 waren die Madrilenen stets im Achtelfinale ausgeschieden. Eine Fortsetzung dieser Serie wäre nach dem goldene Kopftor von Benayoun in der Schlussphase im Bernabeu keine Überraschung.
Das sieht Juande Ramos freilich ein wenig anders. "Wir sind noch am Leben, solange es ein Rückspiel gibt. Wenn wir gut spielen, können wir in jedem Stadion gewinnen", hofft der Real-Trainer mit England-Vergangenheit. Im Hinspiel fand Liverpool-Coach Rafael Benitez das richtige Rezept, um die Hausherren nicht in Fahrt kommen zu lassen. "Benitez erteilte seinem Landsmann eine Lektion in Sachen Taktik", schrieb "Marca". Der gebürtige Madrider sagte zu seinen Schützlingen: "Wir dürfen uns jetzt freuen, müssen aber im Rückspiel wesentlich mehr bieten."
Drogba lässt Blues jubeln
Wie die "Reds" verschaffte sich auch Chelsea eine gute Aufstiegsposition. Die "Blues" fahren dank eines früheren Tores von Didier Drogba mit einem 1:0-Vorsprung nach Turin zu Juventus. "Aber noch wichtiger ist, dass wir zu Null gespielt haben", sagte Frank Lampard. "Wir hätten aber zumindest noch ein Tor erzielen sollen, um uns mehr Luft zu verschaffen", meinte der Niederländer Guus Hiddink, der wie 1988 mit PSV Eindhoven in Stuttgart (gegen Benfica Lissabon) wieder die wertvollste Club-Trophäe Europas in die Höhe halten möchte.
Hiddink-Kollege Claudio Ranieri, der von 2000 bis 2004 die nun 16 CL-Heimspiele ungeschlagenen Londoner betreut hatte, ließ die Aussage seines Weltmeister-Torhüters Gianluigi Buffon ("Das beste Spiel, das ich je gegen ein englisches Team gemacht habe") so nicht gelten: "Ich habe ihm gesagt, ich hätte lieber etwas schlechter gespielt und dafür einen Treffer erzielt", monierte der Italiener. Juve hat damit die acht jüngsten Auswärtsspiele in der K.o.-Phase der Königsklasse allesamt verloren.
Magere spanische Bilanz
Während die englischen Vertreter, von denen Arsenal (1:0 zu Hause gegen AS Roma) und Titelverteidiger Manchester United (0:0 in Mailand gegen Inter) am Dienstag spielten, durch die Bank gute Chancen zum Weiterkommen haben, fällt die Zwischenbilanz des spanischen Quartetts ungewohnt mager aus. Keiner der vier Vereine vermochte zu gewinnen. Allein der FC Barcelona erzielte mit dem 1:1 in Lyon ein achtbares Ergebnis. Und wie Real und Atletico Madrid (2:2 gegen FC Porto) hat auch Villarreal CF, der am Mittwoch daheim nur 1:1 gegen Panathinaikos Athen spielte, schlechte Aufstiegskarten.
(apa/red)
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