Bulgarien zurück auf Weltcup-Landkarte:
Ski-Zirkus nach 25 Jahren Warten in Bansko
- Damen fahren zwei Abfahrten und einen Super-G
- Vorarlberger Albrecht fährt seit 2006 für Bulgarien

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Für Bulgariens Wintersport geht am Wochenende mit den Ski-Weltcup-Rennen der Damen in Bansko ein langes Warten zu Ende. Zwei Abfahrten und ein Super-G (heute) stellen die ersten Weltcup-Rennen auf bulgarischem Boden seit 25 Jahren dar. "Das ist ein wichtiges Signal und eine große Anerkennung für den bulgarischen Skisport. Wer im Weltcup dabei ist, der hat es ins Konzert der Großen geschafft", weiß der Vorarlberger Kilian Albrecht, der seit Dezember 2006 für Bulgarien startet.
Für Albrecht steht fest, dass die Piste in Bansko - 160 km südlich der Hauptstadt Sofia - den allgemeinen Weltcup-Ansprüchen und -Erwartungen entsprechen wird. "Bansko bietet ein Skigebiet mit österreich-ähnlichem Standard." Der 35-Jährige verbringt selbst mindestens zehn Skitage pro Jahr in Bansko, im April wird er dort auch heuer wieder die nationalen bulgarischen Meisterschaften absolvieren. Das nächste Ressort mit ähnlichen Bedingungen wie in Bansko soll in den kommenden Jahren in Vitoscha entstehen.
"Das Geld hat gefehlt"
"Super Berge hatte Bulgarien ja immer schon, aber das Geld hat gefehlt. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus hatten die Menschen hier andere Probleme, sie mussten schauen, dass sie etwas zu essen bekamen und überleben konnten", erklärte Albrecht die logischen Gründe, warum Bulgariens Weg zurück in den Weltcup-Kalender ein langer war. Albrecht, der bis Olympia 2010 in Vancouver Rennen bestreiten wird, kann das Bulgarien-Comeback nicht live vor Ort mitverfolgen, weil er mit dem Herren-Weltcup in Slowenien (Kranjska Gora) gastiert.
Dank seines immensen Erfahrungsschatzes hat Albrecht in Bulgarien eine Art Vorbildrolle übernommen, der Österreicher hilft bei der Entwicklungsarbeit. Der wohl wichtigste Mann im bulgarischen Skisport ist aber Verbandsboss Tseko Minev. "Er ist ein sehr offener und toller Typ, der fürs Skifahren lebt. Er engagiert sich, schafft Strukturen und ist ein Glücksfall für den bulgarischen Skisport", schwärmt Albrecht in allerhöchsten Tönen über den Verbandsboss.
Wendepunkt in Bulgarien?
Borovez, Bulgariens ältestes Skigebiet, hatte mit den Herren-Rennen 1984 die bis dato letzten Weltcup-Bewerbe auf bulgarischem Schnee veranstaltet. Das Bansko-Wochenende soll nun zu einem Wendepunkt für die Bulgaren werden. Sollte man sich von seiner besten Seite zeigen, dann könnte schon in wenigen Jahren (eventuell 2011) der nächste Traum von Herren-Rennen in Bulgarien wahr werden.
"Für uns könnten die Rennen am Wochenende zu einem echten Meilenstein werden. Vor kurzer Zeit waren wir noch nirgends auf der Ski-Landkarte. Aber wir haben in den vergangenen Jahren extrem hart gearbeitet und unseren Status verbessert", meinte Minev hochmotiviert und zuversichtlich.
(apa/red)
